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08:13 22 September 2019
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    Zecken in Deutschland massiv auf Vormarsch – Neue Krankheiten drohen

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    Zecken werden in Deutschland zu einer zunehmend ernsteren Plage – auch weil sie immer weiter nach Norden vorankommen und gefährliche Krankheiten mit sich bringen. Die Tierärztliche Hochschule Hannover will jetzt vermehrt die neu in der Region auftretenden Bunt- oder Auwaldzecken sowie die Hyalomma-Zecke untersuchen.

    Die Buntzecken und die Hyalomma-Zecken breiten sich zunehmend in den Norden Deutschlands aus und können gefährliche Krankheiten übertragen.

    Wie Prof. Dr. Christina Strube vom Institut für Parasitologie hervorhebt, wurde erstmals in diesem Jahr die Buntzecke, auch als Auwaldzecke bekannt, gefunden. Beim Menschen könne sie eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen, sofern der Betroffene nicht geimpft ist.

    Gegen die ebenfalls häufige Übertragung der Infektionskrankheit Borreliose gebe es dagegen bislang keinen Impfstoff.

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    Auch für Hunde können die Insekten gefährlich sein, denn sie übertragen auch die Hundebabesiose (auch als Hundemalaria bekannt), die in manchen Fällen tödlich verläuft.

    „Nicht alle Tierärzte haben die entsprechenden Medikamente. Eine Bestellung über die internationale Apotheke kann dann zu spät sein“, warnt Strube.

    Hundebesitzer sollten auf jeden Fall ihre Tiere mit einem Mittel schützen.

    Besonders gefährlich werde es dabei, weil viele der neuen Zecken eigentlich gar nicht in Deutschland vorkommen sollten.

    So etwa die Hyalomma-Zecke (Tropische Riesenzecke), die eigentlich nicht in Deutschland lebt, im vergangenen Jahr aber vermehrt auch hierzulande entdeckt wurde.

    Laut Experten ist sie vermutlich von Zugvögeln eingeschleppt worden, und zwar aus dem Kongo.

    Das Besondere: „Diese Gattung läuft aktiv auf den Menschen oder das Tier zu, während andere Arten auf der Lauer liegen.“

    Durch diese neuen Zeckenarten sei etwa eine Erkrankung des Fleckenfiebers möglich. Auch das Krim-Kongo-Virus bereite deutschen Ärzten große Sorgen, so Strube, denn bislang sei es in Afrika, auf dem Balkan, im Mittleren Osten und in Asien vorgekommen, aber nicht hier.

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    Eine Impfung gebe es nicht. Besonders gut zu erkennen sei die Hyalomma-Zecke an ihrer Größe und ihrem Aussehen: Im Vergleich zu den hier bekannten Holzbock-Zecken ist sie mindestens doppelt so groß und hat gestreifte Beine.

    Generell betont die Expertin, dass das Risiko der Infizierung in Deutschland immer weiter steige.

    „Wir müssen damit rechnen, dass mehr Zeckenarten das Tier und den Menschen befallen und sich das Erregerspektrum ausbreitet“, so das warnende Fazit.

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    Tags:
    Krankheiten, Warnung, Impfung, Vormarsch, Deutschland, Zecke