03:59 15 Dezember 2019
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    Marsbesiedlung: Kolonisten und Erdmenschen werden sich schnell auseinander entwickeln

    © CC BY 2.0 / Kevin Gill / Western Rim of Palikir Crater/NASA/JPL/University of Arizona/USGS
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    Marskolonisten werden sich sehr stark von ihren irdischen Vorfahren unterscheiden und ihre Evolution wird wegen der hohen Strahlung auf dem Roten Planeten rasend schnell ablaufen. Außerdem werden die Fortpflanzung mit und sogar der Kontakt zu Erdlingen für sie tödlich sein. Findet der Evolutionsbiologe Scott Solomon.

    Sie werden kurzsichtiger sein, stärkere Knochen wegen der schwachen Anziehungskraft sowie eine andere Hautfarbe wegen der extremen Strahlung haben. Den knappen Sauerstoff werden sie außerdem höchst effizient aufnehmen und über keine Immunabwehr verfügen.

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    So sieht der Evolutionsbiologe Scott Solomon im Gespräch mit Inverse die Menschen, die auf dem Mars leben werden. Das sei keine Zukunftsvision, sondern werde sehr schnell geschehen, betont er, denn wegen der hohen Strahlung werde die Mars-Menschheit in hohem Grade mutieren und sich darum sehr schnell in eine solche Richtung entwickeln.

    Flug zum Mars – und dann?

    Die Frage, wie sich Menschen auf dem Roten Planeten entwickeln werden, ist aus Sicht des Forschers aktuell, denn die Pläne mehren sich, eine Kolonie dort zu errichten. Ein Beispiel ist etwa das Ziel des US-Unternehmens SpaceX von Elon Musk, Menschen bereits 2024 dorthin zu schicken.

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    „Was mich als Evolutionsbiologen interessiert, ist die Frage: Was passiert, wenn wir mit dem Flug zum Mars Erfolg haben?“, so Solomon. Aus seiner Sicht dreht sich die Frage der Marskolonialisierung zu wenig um das Schicksal der Menschen, die dort leben werden, und der Nachfolgegenerationen, die sie zeugen werden.

    Dabei wird da aus seiner Sicht viel geschehen. Nach etwa zwei Generationen sollen ihre Knochen stärker, Kurzsichtigkeit die Norm werden, das Immunsystem verloren gehen und Schwangerschaft sowie Geburt zu einer weit gefährlicheren Angelegenheit werden als auf Erden. Durch die hohe Strahlung auf dem Planeten würde zudem die Krebsrate in die Höhe schießen.

    Marsmenschen und Erdlinge sollten sich meiden

    Diese Entwicklungen haben eine weitere Bedeutung für die Menschheit, denn diese könnte sich in Erdmenschen und Marsmenschen aufteilen. Letztere hätten bestimmte Eigenschaften erworben, die sie für ein Leben auf dem Mars geeignet machten. Eine Fortpflanzung mit ihren irdischen Artgenossen würde diese Eigenschaften gleichsam verwässern und von ihr wäre aus diesem Grund abzuraten.

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    Aber vielleicht würde es gar nicht erst soweit kommen, denn der Kontakt zu Erdenbürgern könnte für die Marskolonisten schlichtweg tödlich enden – und umgekehrt. Da auf dem Mars keine Krankheitserreger vorkommen würden und die Marsmenschen nahezu kein Immunsystem hätten, würden die Keime der Erdlinge diese noch stärker vernichten als dereinst die Keime der Europäer die Indianer.

    Gentechnik als Überlebenswerkzeug?

    Eine mögliche Unterstützung für die Anpassung an das Leben auf dem Mars sieht Solomon in der Genschere CRISPR, die etwa zum Einsatz kommen könnte, um nützliche Mutationen weiterzuentwickeln und in der Population zu verbreiten.

    Die Quintessenz des Ganzen: Die Menschheit kann das Weltall zwar erobern, aber sie bleibt dabei womöglich nicht eine Menschheit, sondern trennt sich in verschiedene Arten auf, die einen gemeinsamen Vorfahren – den Menschen – haben.

    „Sollten wir je verschiedene Welten an unterschiedlichen Orten in der Galaxis bewohnen, werden wir mit der Zeit wahrscheinlich die Evolution einer Vielzahl neuer menschlicher Arten beobachten können“, sagt Solomon dazu. Unsere künftigen Nachkommen könnten leicht von unbeabsichtigten Konsequenzen geformt werden.

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    Planetenforschung, Planeten, Galaxis, Weltall, Weltall, Krankheit, Erreger, Menschheit, Forscher, Immunsystem, Entwicklungen, Elon Musk, Sauerstoff, Menschen, Strahlung, Evolution, Kolonisierung, Kolonie, Mars, Mars