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    Baby (Symbolbild)

    Erstmals in Deutschland: Kinder nach Gebärmutter-Transplantation geboren

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    Zum ersten Mal haben Frauen in Deutschland mit einer Spender-Gebärmutter Kinder zur Welt gebracht. Das teilte das Universitätsklinikum Tübingen am Donnerstag auf seiner offiziellen Webseite mit.

    Die zwei Frauen waren demzufolge ohne Scheide und Gebärmutter zur Welt gekommen – sie litten an dem sogenannten Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom. Nach jahrelanger Vorbereitung konnte im Herbst 2016 die erste Gebärmuttertransplantation Deutschlands erfolgreich durchgeführt werden. Spenderinnen waren die Mütter der Patientinnen.

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    Etwa ein Jahr später wurde den Frauen ihre eigene befruchtete Eizelle eingesetzt. Die Babys kamen gesund per Kaiserschnitt auf die Welt – eines im März und eines Mitte Mai diesen Jahres.

    Weltweit erstmals brachte im Jahr 2014 in Schweden eine Frau mit einer gespendeten Gebärmutter ein gesundes Baby zur Welt. Da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist, konnten die Patientinnen des Universitätsklinikums Tübingen bislang kein biologisch eigenes Kind bekommen.

    Ethische Bedenken

    Experten äußerten laut der DPA aber auch ethische Bedenken zu dem Eingriff. Claudia Bozzaro vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg bezeichnete die Transplantation als nicht-verhältnismäßiges Mittel, einer Frau eine Schwangerschaft zu ermöglichen.

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    „Bei einer Uterus-Transplantation wird eine gesunde Spenderin einer äußerst invasiven Maßnahme – nämlich einer mehrstündigen Operation unterzogen – die für sie keinen gesundheitlichen Nutzen hat“, zitiert die Agentur Bozzaro.

    Da es nicht darum gehe, das Leben der Empfängerin zu retten, sei die ethische Legitimation für eine Lebendspende fraglich.

    Professor Sara Brucker, Geschäftsführende Ärztliche Direktorin des Departments für Frauengesundheit am Universitätsklinikum Tübingen, entgegnete den Kritikern: Eine Gebärmutter sei zwar kein lebensnotwendiges Organ – aber notwendig, um einen Kinderwunsch zu erfüllen.

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    „Für betroffene Frauen kann das Fehlen dieses Organes und die daraus resultierende Kinderlosigkeit großes psychisches Leid bedeuten“, zitiert das Klinikum die Professorin.

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