02:52 20 Juni 2019
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    Marskrater (Symbolbild)

    Warum „wandern” Sandmassen auf dem Mars anders als auf der Erde? Forscher finden Erklärung

    CC BY 2.0 / Kevin Gill / Western Rim of Palikir Crater/NASA/JPL/University of Arizona/USGS
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    Der Mars und die Erde haben vieles gemeinsam, das trifft aber nicht auf die Vorgänge zu, die Sanddünen bilden. Planetenforscher haben nachvollzogen, wie die marsianischen Winde, die dünne Atmosphäre des roten Planeten und dessen Bodenrelief gemeinsam wirken, um die Marslandschaft zu formen.

    Die marsianischen Winde, die oft Staubstürme hervorrufen, können keine großen Sandmassen bewegen. Dies rührt von der Tatsache her, dass die Atmosphäre auf dem Mars sehr dünn ist. Der atmosphärische Druck auf dem roten Planeten ist wesentlich niedriger als der irdische Luftdruck am Boden. Darüber berichtet das Fachportal sciencalert.  

    Laut dem Planetenforscher Matthew Choinacky von der University of Arizona reicht die Windenergie auf dem Mars nicht aus, um bedeutende Massen von Material auf der Oberfläche des Planeten zu bewegen. „Auf dem Mars kann eine Bewegung, wie man sie innerhalb einer Jahreszeit auf der Erde beobachtet, zwei Jahre in Anspruch nehmen“, so Choinacky.

    Das Forscherteam hat 54 Dünenfelder ausgewählt, die insgesamt 495 zwei bis 120 Meter hohe Dünen umfassen. Die Wissenschaftler untersuchten die von Bord des Forschungssatelliten MRO (Mars Reconnaissance Orbiter) gewonnenen Informationen über die wandernden Sandmassen und ihre Geschwindigkeiten.

    Es wurde festgestellt, dass halbmondförmige Dünen sich mit einer Geschwindigkeit von durchschnittlich einem halben Meter im Jahr bewegen – etwa um ein 50-Faches langsamer als einige besonders schnelle Sanddünen auf der Erde.

    Die Forscher untersuchten Sandmassen an verschiedenen Orten – in Kratern, Rissen, Canyons, Tälern und in Polarbecken – und kamen zu dem Schluss, dass sich die Sandmassen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen. Die schnellsten Sandbewegungen wurden in drei Regionen - Syrtis Major Planum, Hellespontus Montes Olympia Planum und Abalos Undae – registriert.

     

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