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16:07 18 Oktober 2019
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    Krankheit im Organismus (Symbolbild)

    Anti-Krebs-Diät: Welche Lebensmittel die tödliche Krankheit verhindern könnten

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    Krebskrankheiten lassen sich häufig auf eine unausgewogene Ernährung zurückführen: Menschen essen viel zu viel verarbeitetes Fleisch und Zucker und wenig Obst, Gemüse und Milchprodukte. Nach Einschätzung der Experten von der amerikanischen Tufts University lassen sich fünf Prozent der Krebserkrankungen eben darauf zurückführen.

    Sputnik  setzt sich in diesem Beitrag mit dem Thema auseinander, wie das Krebsrisiko minimiert werden könnte.

    Welche Körperorgane sind dem Krebsrisiko am meisten ausgesetzt?

    Die Experten haben die Angaben zu etwa 80 000 erwachsenen Amerikanern im Alter ab 20 Jahren analysiert, bei denen 2015 Krebs entdeckt wurde. Zudem verwendeten sie die Ergebnisse einer nationalen Umfrage über die Ernährungsgewohnheiten der Amerikaner. Besonderes Augenmerk richteten sie auf die Lebensmittel, die vermutlich Krebs provozieren könnten.

    Es stellte sich heraus, dass vor allem Darmkrebs wegen ungesunder Ernährung entstehen könnte: 38,8 Prozent der Krebsdiagnosen ließen sich auf die Diät zurückführen. Auf den Mundhöhlen- bzw. Kehlkopfkrebs entfielen 25,9 Prozent. Für den Eierstock- oder den Schilddrüsenkrebs spielt die Ernährung dagegen praktisch keine Rolle.

    Zu viel Zucker ist gefährlich

    Eines der gefährlichsten Lebensmittel, das gleich mehrere Krebsarten provozieren könnte, ist nach Einschätzung der Tufts-Experten Limonade mit hohem Zuckergehalt. Frauen, die zu viel Limonade trinken, leiden besonders oft an Endometrium-, Brust- und Nierenkrebs (letzteres gilt auch für Männer).

    Ein Jahr zuvor war auch ein anderes internationales Forscherteam zu ähnlichen Schlüssen gekommen: Diese Experten führten den Mastdarm-, Brust- und Harnblasenkrebs großenteils auf einen enormen Zuckerkonsum zurück. Und ihre belgischen Kollegen stellten ihrerseits fest, dass Zucker einen raschen Anstieg von Krebserkrankungen auslöst.

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    Krebszellen mehren sich wegen der enorm intensiven Glykolyse, wenn Glukose ohne Sauerstoff aufgeschlossen wird. In Krebszellen kann dieser Prozess um das 200-fache intensiver als in gesunden Zellen sein. Das Nebenprodukt der überschnellen Glykolyse – Fructose-1,6-bisphosphat – aktiviert besondere Proteine, die von RAS-Genen produziert werden. Diese intensivieren ihrerseits das Wachstum der Krebsgeschwulst noch mehr. Es entsteht also eine Art „Zucker-Teufelskreis“.

    Deshalb empfehlen gleich mehrere Forschungen den Verzicht auf zuckerhaltige Brausen, wobei Zucker am besten durch Obst und Honig ersetzt werden sollte.

    Nur Naturprodukte

    Nach Einschätzung französischer Forscher ließe sich das Krebsrisiko senken, wenn man nur Naturprodukte isst, die ohne synthetische Pestizide und künstliche Düngemittel produziert werden. Besonders effizient soll diese organische Diät zwecks Vorbeugung gegen Lymphsystem- und Brustkrebs sein.

    Auf dem Foto: Neuroblastom-Krebserkrankung
    CC BY 4.0 / Anna.shmakova / A microscope photo of neuroblastoma, a tumor arising from cells of neural orogin (cropped a photo)
    Um Leberkrebs zu verhindern, sollte man möglichst viele Vollkornprodukte essen. Chinesische und amerikanische Forscher haben im Laufe von 24 Jahren Informationen über den Gesundheitszustand und die Ernährungsgewohnheiten von mehr als 125 000 Menschen gesammelt. Alle vier Jahre beantworteten die Teilnehmer der Studie Fragen über ihre Ernährung und Krankheiten. Dabei stellte sich heraus, dass unter den Menschen, die viele Vollkornprodukte aßen, um 37 Prozent seltener Leberkrebs diagnostiziert wurde. Wer viel Getreidekleie aß, senkte dadurch das Krebsrisiko um 30 Prozent, wer auf Getreidezellstoffe setzte, reduzierte das Risiko um 32 Prozent.

    Populär und nützlich

    Wissenschaftler von der University of Illinois (USA) tendieren dazu, dass man sich gegen Krebs wehren könnte, indem man Produkte mit Omega-3-Fettsäuren zu sich nimmt, vor allem Meeresfrüchte, Leinöl, Walnüsse und schwarzen Kaviar.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Krebsbehandlung: Neues Antibiotikum aus Naturstoff<<<

    Denn bei der Verarbeitung der Omega-3-Fettsäure im Organismus entstehen endocannabioide Epoxide EDF-EA, deren Moleküle Krebszellen vernichten. Zudem verlangsamen diese Stoffe die Entstehung von neuen Blutgefäßen, die mit bösartigen Geweben verbunden sind, und dämmen dadurch die Beförderung von Krebszellen ein. Damit könnte die Effizienz der Chemotherapie erhöht werden, wenn Patienten viele Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen würden.

    Experten vom Meyer Cancer Center in New York vermuten ihrerseits, dass einige Anti-Krebs-Mittel besser wirken, wenn Patienten auf kohlenhydratarme Diät (Keto-Diät) setzen, so dass der Organismus die meisten Nahrungsstoffe aus Fetten und Proteinen bekommt. Dadurch könnte unter anderem der Zuckerspiegel im Blut gesenkt werden.

    Um diese Hypothese zu überprüfen, wurden Tests an Nagetieren durchgeführt, bei denen Krebs ausgelöst wurde. Eine Gruppe wurde mit kohlenhydratarmen Produkten ernährt, und die andere wurde mit zwei verbreiteten Arzneien gegen Diabetes behandelt. Bei den Tieren aus der zweiten Gruppe verbreiteten sich die Krebszellen zwei Mal so schnell wie bei den Tieren aus der ersten Gruppe. Und der positive Effekt von den Anti-Diabetes-Mitteln dauerte nur wenige Stunden – und dann stieg der Insulin- und Zuckerspiegel im Organismus des jeweiligen Tieres wieder an, und die Zellen ignorierten die Moleküle der Arzneimittel.

    Die Forscher vermuten, dass die Keto-Diät und der Verzicht auf Glukoseinfusionen, die das Krebswachstum provozieren könnten, die Anti-Krebs-Therapie wesentlich effizienter machen könnten.

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    Verzicht, Zellen, Gefahr, Zucker, Forscher, USA, Entdeckung, Risiko, Gemüse, Obst, Ernährung, Krankheit, Lebensmittel, Diät