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09:42 18 Juli 2019
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    Schlank und vital bis ins hohe Alter: Medizinerin schwört auf „gesunde Fette“ auf dem Speiseplan

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    Beata Arnold
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    Die Regale der Supermärkte strotzen vor „schlanken“ Produkten: sogar 0 % Fett in Milch, Joghurt oder Aufstrichen. Dennoch leiden viele Menschen an Fettleibigkeit und Herz-Kreislaufkrankheiten. Medizinerin Anne Fleck erläutert Ernährungsfallen und die richtige — fettreiche wie recht ölige — fit-machende Alternative auf dem täglichen Speiseplan.

    „Was wir essen, hat eine kolossale Wirkung auf die gesamte Biologie unseres Körpers: Darmflora, Immunsystem, Hormonkreislauf, Stoffwechsel – alle diese Teile eines hochfiligranen Puzzles, unseres Körpers, reagieren auf unsere Nahrung. Was wir essen, landet in unseren Zellen, den kleinsten Einheiten des Körpers. Sie können Ihre Zellen im Zeitlupentempo zugrunde richten oder mit cleverer, fettreicher Ernährung hegen und pflegen“, schreibt Dr. Anne Fleck in ihrem Buch „Ran an das Fett – Heilen mit dem Gesundmacher Fett“. Sie ist Internistin und berichtet aus ihrer 20-jährigen Praxis als Medizinerin.

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    „Das Problem ist nicht das Fett oder die Butter auf dem Brot, sondern das Brot selbst“, sagt sie im Gespräch mit Sputnik: Der Denkfehler sei, dass Fette angeblich ungesund sind und Fette auch „fett“ machten. Dabei sei Fett nach dem neuesten Stand der Forschung nicht der eigentliche „Dickmacher“, sondern die Kohlehydrate, und zwar in der Menge, in der man sie verzehre. Ihre Heilmethode beruht darauf, gezielt gesunde Fette einzusetzen und die Kohlenhydrate sowie „zuckerdichte“ Mahlzeiten und Lebensmittel einzusparen.

    Wenn man stattdessen auf mehr gesunde Fette setze, mehr Gemüse, mehr Obst, Nüsse, Mandeln, Samen, gute Pflanzenöle in Maßen, Fleisch und auch hochwertigen Fisch äße, dann würde man, obwohl deutlich mehr Kalorien und Fette zu sich nähme, schlanker und gesünder.

    Russische Käsen auf einer Wirtschaftsmesse auf dem Hauptausstellungsgelände Russlands (Archivbild)
    © Sputnik / Jekaterina Tschessnokowa

    Mit Fett zu heilen bedeute aber nicht, dass es ein Gegenöl für jedwede Krankheit gäbe. Das wäre zu einfach. Doch wenn Fette gezielt eingesetzt werden, könne man seine Zellen auf kleinster Ebene des Körpers renovieren und stärken. Und so nach und nach dem gesamten Körper Gutes tun.

    Doch auch nur „gesunde Fette“ seien heilsbringend: Etwa die aus Walnüssen, Pekannüssen, Macadamianüssen, also sehr Omega-3-reicher Kost. Nicht zu vergessen: Mandeln als ballaststoffreiche Eiweißspender.

    Fette aus Pflanzenölen selbst seien nicht zwingend gesund, unterstreicht „Doc Fleck“. Wenn sie etwa in der Pfanne zu lange und zu stark erhitzt würden, könnten sie auch gefährich sein: Als „gefahrenbringend“ sei so zum Beispiel stark erhitztes Rapsöl anzusehen, da dieses mit seinem noch 9-prozentigen Omega-3-Gehalt gesundheitsschädigende Begleitstoffe entwickle. Keinesfalls erhitzen dürfe man Leinöl mit seinem fast 60-prozentigen Omega-3-Fettanteil.

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    Ansonsten ist die Medizinerin allerdings ein Fan von Leinöl und sie hat auch nützliche Tipps für den Verbraucher: Leinöl sollte, damit es gesundheitlich als heilend eingesetzt werden könne, nicht nur zwingend „bio-kalt-gepresst“ sein. Zudem sollte auf dem Flaschen-Etikett der Vermerk „unter Licht-Hitze-Sauerstoff-Ausschluss gepresst“ oder „Omega-safe" stehen.

    Nur solche Öle hätten den besten Gesundheitsstandard. Zudem empfehle sie etwa Vegetariern und Veganern in ihrer täglichen Praxis Leinöle, die nicht nur omegageschützt gepresst sind, sondern auch mit dem Zusatz von DHA etwa aus Algen versetzt seien. Denn Leinöl allein reiche nicht aus, um den Körper mit den notwendigen langkettigen Fettsäuren zu versorgen.

    Sie selbst macht sich morgens ein „Doc-Fleck-Frühstück“, was allerdings eher ein „Spätstück" sei: Sie isst, wenn ihr der Körper einen „ehrlichen Hunger“ signalisiert, sagt sie. Da gibt es dann Griechischen Joghurt oder Quark als Basis, zuweilen mahlt sie sich Chiasamen in der Kaffeemühle und mache daraus einen kleinen Brei, eine handvoll Obst dazu und eine gehörige Portion Nüsse, Mandeln, Samen. Und dann das Interessante: Vor dem Verzehr gießt sie 20 Milliliter einer Ölmischung darüber bestehend aus Leinöl mit besagtem Algenzusatz DHA, einem Spritzer Weizenkeimöl, einer Tagesdosis Vitamin D.

    Da ihr Arbeitstag bis in die Abendstunden gehe, sei auch in der Praxis noch eine kleine Essenspause angeraten: Avocado-Salat und hartgekochte Eier stünden bei ihr auf dem Speiseplan im Job.

    Nach der Arbeit koche sie abends daheim: Sie schwört auf einfache Rezepte, die sie auch ihren Lesern weitergibt. Ihr „gesunder Teller“ sieht dann so aus: Die Hälfte des Tellers „mit Grünzeug“, zudem etwa eine Handtellergröße Eiweiss. Das könnten Pilze, Eier oder auch Fisch, einmal die Woche Geflügel oder Fleisch sein. Und nicht zu vergessen: Olivenöl darübergeben!

    Wichtig sei es, sagt Dr. Fleck, zu versuchen über Nacht 12 Stunden von der Nahrungsaufnahme zu pausieren - etwa bis zum nächsten „Spätstück“. Denn dann kämen der Darm und der Körper in die sogenannte Autophagie: „Dann kann der Körper kann sich selbst von all dem Zellschrott recyceln“, sagt sie.

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    Es sei wohlgemerkt ein Vorurteil, dass gesundes Essen kostspielig sei: Man könne sich von einfachen, „ehrlichen“ Nahrungsmitteln, die auch die Bezeichnung „Lebensmittel“ verdienten, ernähren. Wie von Zwiebeln, Knoblauch, Möhren, Äpfeln, Walnüssen, Joghurt. Von Kohlgemüse, Brokkoli, Blumenkohl, Grünem Salat und Hülsenfrüchten, dem Bio-Ei mit vielen hochwertigen Fettsäuren. Auch gutes Olivenöl oder Leinöle seien keine extrem teuren Produkte. Sie rät dazu, auf sogenanntes „Billigfleisch“ oder verarbeitete Gerichte zu verzichten und stattdessen – seltener – ein „hochwertiges“ Stück Fleisch zu essen. Dr. Fleck rät zu Wildlachs und Räucherfisch von guter Qualität, zum Tiefkühlgemüse ohne Zusätze. Auch Hülsenfrüchte seien kostengünstig und gesund und sollten in keinem Haushalt fehlen. Die gäbe es mittlerweile auch als Linsen- und Kichererbsennudeln in Drogerien. Man solle zu Leinsamen greifen und diese selbst schroten etwa in der heimischen Kaffeemühle, das sei dann auch günstiger als Chiasamen. Und auch gutes Olivenöl in der Qualität „extra vergine“, geklärte Butter „Ghee“ oder Kokosfett, bekäme man in einer sehr guten Qualität in den Drogerien.

    Sie sei kein „Ernährungstaliban“: So empfehle sie Abwechslung auf dem Speiseplan, also nicht immer das Gleiche zu essen. Und es müsse auch nicht alles zwingend „Bio“ sein, was man zu sich nähme: Wichtig sei eher, dass man die Produkte gut abwäscht.

    „Das Buch ist eine Anleitung, wie man vom Aknepickel bis zum Zahnfleischbluten, vom Kinderwunsch bis zur Depression und entzündlichen Krankheiten eine Form für sich entwickeln kann, sich gesünder zu halten“, denn es läge in unseren Händen, wie wir alt werden wollten: Alt und gebrechlich oder doch in Vitalität?

    „Ran an das Fett - Heilen mit dem Gesundmacher Fett “ von Dr. Anne Fleck ist im Rowohlt-Verlag erschienen.

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    Hier das Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Essen, Vitamin D, Quark, Omega-3, Omega-3, Gemüse, Heilmethode, Fleisch, Krankheit, Nüsse, Obst, Lebensmittel, Forschung, Brot, Butter, Ernährung, Zellen, Stoffwechsel, Öl, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Menschen, Gesundheit, Mediziner, Medizin, Milch, Transfette, Fettleibigkeit, Ölprodukte, Produkte