04:14 05 Dezember 2020
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    Ein internationales Forscherteam hat die Rolle der Parodontitis erregenden Mikroben bei der Entstehung der Alzheimer-Erkrankung untersucht und einen Hemmstoff entwickelt, der das Fortschreiten der Demenz verlangsamen kann. Darüber berichtet das Wissenschaftsmagazin „ciencexx“.

    Demnach werden heutzutage neben der genetischen Veranlagung auch verschiedene Faktoren wie Rauchen, Stress, falsche Ernährung oder Feinstaub als mögliche Ursachen für die Entwicklung der Alzheimer-Erkrankungverantwortlich gemacht.

    Nun habe ein internationales Forscherteam bestätigt, dass die Erreger von Zahn- und Zahnfleischerkrankungen wie Parodontitis und Porphyromonas gingivalis, auch zur Entstehung von Demenz beitragen.

    Experimente mit Mäusen hätten ergeben, dass die Mikroben tatsächlich vom Mund ins Gehirn gelangen und dort Infektionen, Entzündungsreaktionen und die vermehrte Bildung von Beta-Amyloid auslösen könnten. Die Ablagerungen dieses Eiweißstoffs seien für die Alzheimererkrankung kennzeichnend.

    Als die Forscher Gehirngewebe von verstorbenen Alzheimer-Patienten und gesunden Menschen untersucht hätten, hätten sie festgestellt, dass im Gewebe der Erkrankten die DNA von Porphyromonas gingivalis deutlich häufiger vorgefunden worden sei. Zudem seien in den Proben der Demenzkranken sogenannte Gingipaine auffällig oft nachgewiesen worden. Es handle sich dabei um die von diesen Bakterien freigesetzten giftigen Enzyme, die zum Absterben von Hirnzellen führen würden.

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    Bei 51 von 53 Alzheimererkrankten habe es Hinweise auf das Vorhandensein dieser Gingipaine gegeben. Je krankhafter das Gehirn verändert worden sei, desto höher sei die Belastung mit den bakteriellen Enzymen gewesen.

    Zudem würden die von den Mikroben Porphyromonas gingivalis freigesetzten giftigen Enzyme die fadenförmigen Tau-Proteine beeinträchtigen, die für die Funktionsfähigkeit der Neuronen von entscheidender Bedeutung seien.

    Zur Bekämpfung der giftigen Enzyme hätten die Forscher ein Molekül entwickelt, das die Aktivität dieser Enzyme blockieren könne. Außerdem sei es auch zu weniger Beta-Amyloid-Ablagerungen gekommen. Dabei seien mehr funktionsfähige Neuronen erhalten geblieben.

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    Zurzeit würden die Wissenschaftler klinische Untersuchungen vornehmen, die das Potenzial ihres neuen Wirkstoffs bestätigen sollen, der die Neurodegeneration verlangsamen solle.

    Außerdem würden die Forscher die Wichtigkeit von vorbeugenden Maßnahmen betonen: regelmäßiges Zähneputzen, Verwendung von Zahnseide und sogar professionelle Zahnreinigung seien angesagt, vor allem bei Menschen, die Zahnfleischprobleme und Demenzerkrankte in ihrer familiären Vorgeschichte haben würden, so die Wissenschaftler.

    asch

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    Tags:
    Mikroben, Bakterien, Erkrankung, Alzheimer