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    „Sind wir alleine da draußen?“ – Suche nach Planeten in „Alpha Centauri“ gestartet

    „Sind wir alleine da draußen?“ – Suche nach Planeten in „Alpha Centauri“ gestartet

    © Foto : ESO / Alberto Ghizzi Panizza
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    Valentin Raskatov
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    Verfügt Alpha Centauri über Exoplaneten, sind diese vielleicht gar lebensfreundlich? Das versucht gegenwärtig die Europäische Südsternwarte (ESO) mit dem Instrument NEAR zu beantworten. Dieses sammelt nur das Licht, das von möglichen Planeten stammt. Seine Daten können wiederum Aufschluss geben über Wasservorkommen oder eine Atmosphäre.

    Das Doppel-Sternsystem Alpha Centauri ist mit einem Abstand von 4,37 Lichtjahren das nächste zu unserem Sonnensystem. Während beim gerade einmal 0,2 Lichtjahre davon entfernten Stern Proxima Centauri der Exoplanet Proxima Centauri b entdeckt wurde, der Hoffnungen auf Wasser und eventuell Leben erweckt, ist bislang nicht klar, ob die beiden Sterne von Alpha Centauri über eigene Planeten verfügen.

    Um diese Frage zu klären, wurde von der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile eine insgesamt 100-stündige Suche unternommen. Die Daten wurden dabei von einem eigens zu diesem Zweck verbesserten Instrument zur Planetensuche namens NEAR vom 23. Mai bis zum 11. Juni gesammelt und sollen nun ausgewertet werden.

    „Die beiden Sterne von Alpha Centauri sind interessanter als Proxima Centauri, weil das sonnenähnliche Sterne sind. Man könnte sich vorstellen: Wenn man bei diesen Sternen etwas findet, dann hätte man es da vielleicht mit Planeten zu tun, die der Erde noch einmal ähnlicher sein könnten und unter ähnlichen Bedingungen existieren würden, wie es hier bei uns auf der Erde der Fall wäre. Es wäre spannend, solche Planeten zu finden“, bemerkt Carolin Liefke, Astrophysiker am Haus der Astronomie in Heidelberg und Mitglied des ESO Science Outreach Network, gegenüber Sputnik.

    © Foto : Y. Beletsky (LCO)/ESO

    Das Instrument NEAR verfügt über einen Infrarot-Koronografen, damit es kleine erdähnliche Planeten vor dem Hintergrund der extrem starken Lichtstrahlen der beiden Sterne überhaupt entdecken kann. Mit anderen Worten: Das reflektierte Licht des Planeten ist im Vergleich zu seiner Sonne so gering, dass es kaum möglich ist, dieses aus der Strahlung auszusondern. Die Lösung ist eine Art „Daumentrick“, wie Liefke es umschreibt: „Man baut eine Blende in diese Kamera ein, die das Licht des Sterns sozusagen abdeckt, und die muss so gut sein, dass das auch wirklich klappt, dass da auch wirklich überhaupt kein Licht durchdringt. Der Helligkeitsunterschied des Sterns ist wirklich gewaltig, der liegt bei einem Faktor von Billionen Billiarden. Man muss unglaublich viel Licht des Sterns loswerden, um den Planeten überhaupt erst sichtbar machen zu können.“ Dieses Licht liegt aber im Infrarotbereich, weshalb es sich vom Licht der Sterne trennen lässt.

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    Das so aufgefangene Licht könne näher mit dem Verfahren der Spektroskopie untersucht werden: „Damit kann man nach den chemischen Fingerabdrücken der Elemente suchen. Man kann schauen, ob es bestimmte Moleküle auf dem Planeten gibt, die Spuren in diesem Licht hinterlassen haben, die darauf hindeuten, dass es dort Wasser oder andere atmosphärische Bestandteile wie Methan, Ammoniak, Ozon geben könnte“, so die Astrophysikerin.

    Die Struktur des Planeten aus den gewonnenen Daten heraus näher modellieren könne man allerdings nicht. Dies, wie auch eine gründlichere spektroskopische Untersuchung, könne erst mit der nächsten Generation von Teleskopen erfolgen.

    Die Messkampagne soll bald enden, die Auswertung der Daten schnell, aber auch mit Vorsicht erfolgen, damit etwaige Messfehler vorher korrigiert werden. Die Daten sollen für jedermann verfügbar sein, sodass Astronomen und Laien weltweit diese untersuchen können.

    Bei dieser astronomischen Forschung handelt es sich um eine Zusammenarbeit von Breakthrough Watch, einem globalen astronomischen Programm zur Suche nach erdähnlichen Planeten bei sonnennahen Sternen, und der ESO. Die wissenschaftlichen Fördermittel für die Instrumentenerweiterung stammen aus nicht-staatlichen Mitteln der Breakthrough-Initiative, deren Hauptfrage lautet: „Sind wir alleine da draußen?“

    Das Interview mit Carolin Liefke in voller Länge:

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    Tags:
    Alpha-Centauri-System, Exoplaneten, Planeten, Weltraum, Forschung, Außerirdisches Leben, Außerirdische, Aliens, ESA