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18:05 19 August 2019
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    Das Röntgenobservatorium eRosita in der Ausstellung der Luftfahrtmesse MAKS-2017

    Größte deutsch-russische Weltraummission „eRosita“ verschoben

    © Sputnik / Ramil Sitdikow
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    Am Freitag sollte das Röntgenteleskop „eRosita“ ins All abheben. Doch der Start wurde aufgrund technischer Probleme verschoben. Die Forscher erhoffen sich durch „eRosita“ grundlegende Fragen in Bezug auf das Universum zu beantworten.

    Die „eRosita“, ein Röntgenobservatorium, sollte am Freitag ins All abheben, doch der Start wurde laut übereinstimmenden Medienberichten verschoben. Grund dafür sei ein technisches Problem, wie Roskosmos (russische Raumfahrtbehörde) und das Max-Planck-Institut berichten. Ausweichtermin sei der Samstag, doch ob das Problem bis dahin behoben werden könne, sei unklar. Ansonsten stehe der 12. und 13. Juli dafür zur Verfügen.

    Am 14. Juni wurde “eRosita“ zu ihrem Startplatz gebracht. Was die Trägerrakete „Proton“ ins All transportieren soll, ist die größte deutsch-russische Weltraummission, wenn nicht sogar das bisher größte bilaterale Raumfahrtprojekt.

    Eine Himmelskarte durch Röntgenlicht

    Die „eRosita“ hat die Aufgabe Röntgenlicht aufzuzeichnen. Diese Strahlung entsteht durch Hitze von Gasen (die über 100 Millionen Grad beträgt), welche ein Bestandteil von Galaxien sind.  Demnach erhoffen sich Forscher mehr als 100.000 neue Galaxienhaufen, also große Ansammlungen von Galaxien, wie unsere Milchstraße, zu entdecken. Anhand der Lage dieser Haufen bekommen die Beobachter einen Einblick in die Geschichte des Alls. Denn die Strahlung von diesen Galaxien braucht mehrere Milliarden Jahre, um unsere Teleskope zu erreichen. Wenn die Forscher sie heute beobachten, können sie also gewissermaßen so lange in der Zeit zurückschauen. Mit diesem Teleskop lässt sich die Expansion von früher mit der jetzigen vergleichen.

    Während bisherige Röntgenteleskope nur einzelne kosmische Quellen beobachtet haben, soll „eRosita“ den kompletten Himmel kartieren. Der gleiche Grundsatz war schon beim deutschen Satelliten „Rosat“ gegeben. Doch soll seine Nachfolgerin nach einem Spiegel-Bericht 20-mal genauer sein, den Versprechen der Forscher zufolge. Dies verdankt sie nicht nur der Verbesserung der Technik, sondern auch der Lage: „eRosita“ wird nämlich nicht um die Erde, sondern um die Sonne rotieren. Am Lagrange-Punkt L2 wird sie von der Sonne abgeschirmt, so dass auch die Kühlung des Observatoriums leichter fällt. Die Dauer der Durchmusterung soll ein Jahr betragen. Dieser Prozess soll dann insgesamt sieben Mal durchgeführt werden, um die Löcher der ersten Durchmusterung zu füllen.

    Die Datenaufteilung soll streng zwischen deutschen und russischen Forschern erfolgen, um beiden Seiten des Kooperationsprojektes gerecht zu werden. Die Russen erhalten die Daten der Osthälfte, während die Deutschen die Daten der Westhälfte bekommen sollen. Nach der Analyse mit einer deutschen Software sollen die Daten der beiden Forschungsteams kombiniert werden.

    lm

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    Tags:
    Deutschland, Russland, Weltraum