Widgets Magazine
21:50 19 Oktober 2019
SNA Radio
    Ein Spaziergang mit Hund im Park

    Leberwursteis und Sonnencreme auf die Nase: So kommt ihr Haustier gut durch die Sommerhitze

    © Sputnik / Ramil Sitdikow
    Wissen
    Zum Kurzlink
    Von
    6160
    Abonnieren

    Während in Deutschland die Sommerhitze angekommen ist und die Temperaturen an der 40-Grad-Marke kratzen, kommt nicht nur der Mensch an seine körperlichen Grenzen. Auch unsere vierbeinigen Freunde leiden unter der Hitze und können ernste gesundheitliche Schäden davontragen. Eine Berliner Tierärztin erklärt, was man beachten muss.

    Oft ahnen die Halter nicht, wo potentielle Gefahren für ihre Lieblinge lauern und was man dagegen tun kann. So kann das eben mal schnell einkaufen gehen und den Hund so lange im Auto lassen zu einer lebensgefährlichen Überhitzung des Vierbeiners führen, warnt die Berliner Tierärztin Anke Meeuw. Auch der heiße Asphalt sei etwas, das oft übersehen werde.

    „Das unterschätzen viele, die Hunde haben keine Teflon-Pfoten, sondern sie sind aus Fleisch und Blut. Auch bei unseren Katzen merken wir das jedes Jahr wieder, dass etliche Brandverletzungen an den Pfoten haben. Die Hunde merken es gar nicht so, wenn sie über den heißen Asphalt laufen. Sie folgen ihrem Herrchen auch. Und am nächsten Tag sind die Pfötchen wund. Das sollte man auf jeden Fall vermeiden“, so Meeuw.

    Für einige Halter vielleicht auch eine Überraschung: Hunde und Katzen können auch Sonnenbrand bekommen.

    „Hunde und Katzen können genauso Sonnenbrand bekommen wie wir, besonders bei hellen Tieren ist es so“, bestätigt Tierärztin Meeuw. „Ich selbst habe eine schneeweiße kleine Katze, und wenn sie nach draußen geht, müssen ihr vorher die Nase und die Ohren eingecremt werden, damit sie keinen Sonnenbrand bekommt.  Dafür eignen sich ganz normale Kindersonnencremes ab Lichtschutzfaktor 50.“

    Auch gegen Überhitzung und verbrannte Pfoten gibt es Tricks. Mit dem Hund spazieren gehen sollte man bei der Sommerhitze vorzugsweise früh morgens und spät abends. Sollte man doch mal bei Mittagshitze mit dem Vierbeiner unterwegs sein, so rät die Tierärztin, Asphalt zu meiden und auf Grünflächen auszuweichen. Damit der Hund die nicht immer vermeidbaren Gehwege unbeschadet übersteht, könne man ihm Pfotenschutz anziehen.

    Katzen kämen deutlich besser mit heißen Temperaturen klar als Hunde, so Meeuw. Das liege an ihrer Biologie als Wüstentiere. Handelt es sich um Freigänger, so würden Katzen meist instinktiv schattige Plätze unter Sträuchern aufsuchen, um sich vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Sind die Tiere aber alt oder krank, empfiehlt die Tierärztin, ihren Freigang in den heißen Tagen einzuschränken.

    „Bei Hunden ist es so, dass sie sich manchmal mitten in die Sonne legen und schlafen. Man muss dann immer mal wieder hingehen und schauen. Wenn man ein ungutes Gefühl hat, kann man einen einfachen Trick anwenden: Man nimmt ein Laken, macht es feucht und legt es über den Hund. Wir Menschen schwitzen und über die Verdunstung wird uns kühler. Hunde und Katzen können das nicht, aber wir können sie künstlich schwitzen lassen, indem wir ein feuchtes Tuch drüber legen.“

    Grundsätzlich gelte für Katzen und Hunde genauso wie für uns Menschen: Im Sommer tut Abkühlung gut. Auch Meerschweinchen und Kaninchen seien sehr hitzeempfindlich, vor allem, wenn sie in Außengehegen gehalten werden. Der Mensch könne ihnen die Sommerhitze erträglich machen, indem er schattige Plätze und ausreichend Wasser zum Trinken und Baden anbietet. Abhilfe können auch Kühlmatten schaffen, die man im Zoohandel erwerben kann.

    Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können die Frauchen und Herrchen, wenn sie ihren Hunden Abkühlung, Leckerbissen und Spaß in einem bieten:

    „Für Hunde kann man auch Eis machen: Einfach fettarmen Joghurt und etwas Leberwurst mit Wasser vermengen und ab in die Tiefkühltruhe. Da freuen die sich auch drüber!“

    Wenn der vierbeinige Liebling trotzdem Anzeichen von Überhitzung zeigt, wann ist der Weg zum Tierarzt geboten?

    „Im Prinzip ab sofort. Wenn ich merke, es ist etwas nicht in Ordnung, würde ich sofort schauen, denn das kann schnell eine lebensbedrohliche Geschichte werden. Schwer atmen und hecheln ist ja noch in Ordnung, aber wenn sich der Hund beispielsweise übergibt, orientierungslos wirkt, sich merkwürdig verhält oder plötzlich Durchfall bekommt, würde ich sofort zum Tierarzt gehen. Auf dem Weg zum Arzt kann man dem Hund Wadenwickel machen, damit die Körpertemperatur gesenkt wird.“

    Das komplette Interview mit Tierärztin Anke Meeuw zum Nachhören:

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Hitze, Haustiere