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07:26 14 Oktober 2019
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    Junge Menschen in Berlin (Archiv)

    Klimaschutz-Umfrage: Junge Deutsche haben Angst und fühlen sich im Stich gelassen

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    Das deutsche Markt- und Sozialforschungsinstitut „Sinus“ hat die Haltung der 14- bis 24-Jährigen zum Klimaschutz und zu den Klima-Demonstrationen Fridays for Future untersucht. Die Ergebnisse der Recherche veröffentlichte die Einrichtung auf ihrer offiziellen Seite.

    Der Klimawandel bereitet demzufolge zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) Sorgen. Bei den Teilnehmerinnen der Studie waren diese Bedenken etwas stärker ausgeprägt: 74 Prozent der jungen Frauen vs. 62 Prozent der jungen Männer stimmten der Aussage „Der Klimawandel macht mir große Angst“ zu.

    Ließ ältere Generation die Jugendlichen etwa im Stich?

    Die Mehrheit der Befragten (67 Prozent) meinte, dass sie sich beim Thema Klimaschutz von der älteren Generation im Stich gelassen fühle. Noch mehr Studien-Teilnehmer – 75 Prozent – haben offenbar das Gefühl, „die Fehler der Älteren beim Klimaschutz ausbaden“ zu müssen.

    Wissenschaft sowie Umwelt- und Tierschutzorganisationen können das Klima noch retten: Diese Meinungen vertraten 73 Prozent der Recherche-Teilnehmer. 69 Prozent sehen beim Klimaschutz die Politik und Parteien in der Verantwortung.

    Jugend traut der älteren Generation Veränderungen nicht zu

    „Unsere Studie zeigt: Die Jugend traut der älteren Generation nicht zu, dass sie etwas tut, um die Klimakatastrophe abzuwenden“, so Dr. Marc Calmbach, Forschungsdirektor bei „Sinus“.

    Nur rund ein Viertel (26 Prozent) nimmt die eigene Generation in die Pflicht, die Umwelt zu retten. Gleichzeitig vertrauten die meisten Respondenten (70 Prozent) darauf, dass die junge Generation selbst etwas für den Klimaschutz tun kann.

    Was tragen Jugendliche durch ihr Verhalten im Alltag selbst zum Klimaschutz bei?

    Die Recherche ergab, dass Klimaschutz für die junge Generation bei der Mobilität anfängt. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) nutzen immer oder fast immer bei kurzen Strecken den öffentlichen Verkehr, das Rad oder gehen zu Fuß. Ungefähr ein Drittel (35 beziehungsweise 30 Prozent) verzichten wegen des Klimas auf ein eigenes Auto sowie auf Fernreisen.

    Fast jeder Zweite (47 Prozent) erklärte demnach vom Kauf des neuesten Smartphones zugunsten des Klimas abzusehen.

    Bei vielen anderen Konsum- und Lifestyle-Entscheidungen besteht hingegen noch wenig Sensibilität für Klimabelastungen, so das Institut.

    Deutlich weniger Teilnehmer verzichten beispielweise aus Klimaschutzgründen auf Fast Food, Lieferessen und Coffee-to-go (19 Prozent) sowie auf Fleischkonsum oder Billigkleidung (14 beziehungsweise 16 Prozent).

    Das Klimaschutzbewusstsein und der Bewältigungsoptimismus in Bezug auf das Klimaproblem sollen den „Sinus“-Forschern zufolge mit dem formalen Bildungshintergrund zusammenhängen.

    Fridays for Future

    Die Klima-Demonstrationen Fridays for Future sind den 14- bis 24-Jährigen offenbar sehr gut bekannt. Nur wenige Befragte (neun Prozent) wollen davon noch nie gehört haben. Jeder vierte Studien-Teilnehmer (24 Prozent) nahm demnach auch mindestens einmal an einer Demonstration der Bewegung teil.

    mo/ea

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    Fridays For Future, Deutschland