20:01 30 März 2020
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    Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten haben das Tanzen eines Kakadus analysiert. Die in der Fachzeitschrift „Current Biology“ veröffentlichte Studie soll beweisen, dass die Papageien mit den Menschen eine Reihe von Fähigkeiten teilen, dank denen die beiden Arten sich spontan zu Musik bewegen können.

    Das Forscher-Team um Aniruddh Patel von der Tufts University in der US-Stadt Medford (Bundesstaat Massachusetts) untersuchte Filmaufnahmen, die im Jahr 2008 gemacht wurden und den damals zwölfjährigen Kakadu Snowball dokumentierten.

    Papagei zeigt seine Moves

    Snowball tanzte hierfür zu den Liedern „Another One Bites the Dust“ von Queen und „Girls Just Wanna Have Fun“ von Cyndi Lauper. Der Papagei hatte zu den Liedern bereits mit seinem Frauchen getanzt. Er führte die Bewegungen dabei nicht zu einem bestimmten Zweck aus: weder für die Balz noch dafür, Futter zu bekommen. Durch sein Tanzen interagiert er offenbar mit seinen Besitzern.

    Jede Melodie wurde während des Experiments dreimal vorgespielt. Das Frauchen rief dem Kakadu aufmunternde Worte zu, die Menschen im Raum tanzten jedoch nicht.

    Das Video ist eine von den Forschern gemachte Zusammenstellung von Snowballs 14 Tanzbewegungen, die der Papagei im Laufe des Experiments zeigte. Die Musik, mit der die Aufnahmen unterlegt wurden, hat hier lediglich einen Hinweischarakter.

    Jede Melodie wurde während des Experiments dreimal vorgespielt. Das Frauchen rief dem Kakadu aufmunternde Worte zu, die Menschen im Raum tanzten jedoch nicht.

    Spontaneität des tanzenden Papageis

    Der Recherche zufolge zeigte Snowball bei dem Versuch vierzehn verschiedene Tanzbewegungen sowie zwei Kombinationen von Bewegungen, die er unterschiedlich kombinierte. Bei den Wiederholungen zeigte sich, dass der Kakadu nie dreimal genau die gleiche Bewegung zur selben Sequenz machte.

    Was haben Menschen und Kakadus gemeinsam?

    Dass nicht nur Menschen, sondern auch andere Tiere sich spontan und komplex zu Musik bewegen soll beweisen: Der Tanz zur Musik ist nicht nur ein willkürliches Produkt der menschlichen Kultur, sondern eine Reaktion auf rhythmische Tonfolgen, meinen die Wissenschaftler.

    Diese Reaktion erwacht demzufolge, wenn bestimmte kognitive und neuronale Gegebenheiten in einem Gehirn vorhanden sind, wie es bei den Menschen und den Papageien der Fall ist. Zu diesen Fähigkeiten gehören das Nachahmen von Lauten, das Imitieren von Bewegungen, das Herausbilden langfristiger sozialer Bindungen, das Lernen komplexer Handlungsfolgen und Aufmerksamkeit zu kommunikativen Bewegungen.

    mo/gs

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