13:38 11 Dezember 2019
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    Falten (Symbolbild)

    Auf diese Krankheiten weisen Falten hin

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    Ab einem Alter von über 30 Jahren produziert der Körper zunehmend weniger Kollagene und Elastin, die für eine glatte Haut sorgen. Damit entstehen erste Falten.

    Welche von ihnen auf gesundheitliche Probleme hinweisen können erklärt Ihnen dieser Artikel.

    Herzangelegenheit

    1998 analysierten französische Kardiologen 3200 Freiwillige im Alter von 32 bis 62 Jahren. Sie nahmen den Gesundheitszustand aller Teilnehmer unter die Lupe und fixierten die Zahl sowie die Eigenschaften der Stirnfalten. Der Hautzustand wurde nach einer Dreipunkteskala bewertet – eine glatte Stirn ergab null Punkte, viele tiefe Falten zwei bis drei Punkte. Für die Wissenschaftler waren nur horizontale Falten von Interesse. Sie wollten eine Hypothese überprüfen, wonach Falten dieser Art mit einem erhöhten Risiko, an Herz- und Gefäßkrankheiten zu sterben, verbunden sind.

    Das Leben und der Gesundheitszustand der Freiwilligen wurden 20 Jahre lang beobachtet. In dieser Zeit lebten 233 Teilnehmer der Studie ab. Die Mehrheit jener, die an einem Herzinfarkt bzw. Gehirnschlag starben, hatte auffällige Falten, die der Kategorie zwei bis drei Punkte zuzuordnen waren. Nach Einschätzungen der Experten erliegen Menschen mit solchen Falten zehnmal häufiger Herz- bzw. Gefäßproblemen als andere.

    Laut den Verfassern der Studie sind horizontale Falten ein Zeichen von Atherosklerose. Dabei lagern sich in der Gefäßwand Cholesterinester ein, was zu Herzinfarkten bzw. Gehirnschlägen führen kann.

    Wissenschaftlern zufolge wird die Atherosklerose mit der Senkung der Produktion von Kollagen begleitet – daraus ergeben sich auch Falten. Die Blutgefäße in der Stirn sind klein und sensibel gegenüber cholesterinhaltigen Einlagerungen. Gerade deswegen können große Falten auf der Stirn auf Arterienprobleme hinweisen.

    Schlag gegen Leber

    Laut Wissenschaftlern der University of Virginia können Falten im Gesicht ein Indikator für eine Leberzellverfettung sein.

    In den USA leiden bis zu 40 Prozent der Erwachsenen an dieser Erkrankung. Laut Studien von Wissenschaftlern der Staatlichen Universität Sankt Petersburg wird eine Leberzellverfettung bei rund 37 Prozent aller Patienten festgestellt.

    Die Anhäufung von Fett in der Leber ist mit einer mangelnden Produktion des Eiweißes Lamin verbunden, das mit dem Alterungsprozess zusammenhängt. Wird der Mangel an diesem Stoff behoben, kann die Entwicklung von Leberzellverfettung und frühe Faltenbildung verhindert werden.

    Forscher schlagen vor, Viren einzusetzen, um die Gene zu einer größeren Laminproduktion zu bewegen. Bislang wird diese Methode mit abwechselndem Erfolg an Mäusen getestet. Spezialisten raten, die Leber mit einer gesunden Diät zu schützen, die Äpfel, Avocados und Grapefruits einschließt.

    Reparieren und jünger machen

    Wissenschaftler der University of Alabama in Birmingham (USA) haben bei Tests an Mäusen festgestellt, dass Falten und Haarausfall mit der Tätigkeit der Gene in der mitochondrialen DNA verbunden sind. Ohne sie können die Zellen nicht funktionieren. Selbst gering Störung ihrer Arbeit löst Probleme bei der Produktion des „Kraftstoffs“ in den Zellen aus und leitet als Folge frühzeitig Alterungsprozesse ein. Das zieht nicht nur Falten und eine Glatze, sondern auch Herz- und Gefäßkrankheiten, neurologische Störungen und sogar Krebs nach sich.

    US-Biologen haben Mäuse mit einem mutierten Gen in der mitochondrialen DNA gezüchtet, das in Kombination mit dem Antibiotikum Doxycyclin mit Störungen funktionierte. Aus diesem Grund konnten die Zellen nicht effizient Energie anhäufen. Nachdem den Nagetieren vier Wochen lang dieser Stoff zugeführt worden war, bekamen sie graues Fell und ihre Haut schrumpfte. Nach Absetzen des Antibiotikums stoppte der Alterungsprozess. Laut Autoren dieser Studie zeigt das Experiment, in welche Richtung man sich zur Entwicklung neuer Medikamente gegen Alterung, Haarausfall und Falten bewegen soll.

    Tiefe Falten auf der Stirn sind nicht mit mimischen Falten zu verwechseln, die nicht mit Krankheiten verbunden sind. Nach Angaben der kanadischen Wissenschaftler gelten Menschen mit Falten um die Augen als ehrlicher.

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    Tags:
    Krankheiten, Studie, Faltenbildung, Forscher, Gesundheit