22:45 16 November 2019
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    Rettung für schmelzende Antarktis? Forscher wollen Schneekanonen einsetzen

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    Wie sich die Klimakatastrophe in der Antarktis verhindern lässt, gilt in Wissenschaftskreisen seit langem als eine kopfzerbrechende Frage. Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) haben nun einen kuriosen Vorschlag: Die künstliche Beschneiung der Küstengletscher könnte den Eisschild stabilisieren.

    Nach den Ergebnissen ihrer im Fachjournal „Science Advances“ veröffentlichten Studie wäre es möglich, die anhaltende Eisschmelze durch Beschneiung mit aus dem Meer gepumptem Wasser zu bremsen und so auch langfristig viele dicht besiedelte Küstengegenden weltweit zu retten.

    Der am Forschungsprojekt beteiligte Physiker Andreas Levermann erklärt das Problem wie folgt:

    „Der Westantarktische Eisschild ist das erste Kippelement in unserem Klimasystem, das wir gerade kippen sehen. Der Eisverlust beschleunigt sich und hört wahrscheinlich erst auf, wenn der Eisschild der Westantarktis praktisch schon verschwunden ist”.

    Der Prozess trägt schon heute zum globalen Meeresspiegelanstieg bei und könnte sich weiterhin über Jahrhunderte hinziehen. Küstenmetropolen wie Kalkutta, Schanghai, New York City und Tokio wären dadurch bedroht, so die Forscher.

    Um den Eisschild zu stabilisieren, müssten „mehrere hundert Milliarden Tonnen Wasser pro Jahr aus dem Ozean gepumpt und über einige Jahrzehnte hinweg in Schneeform auf das Eis verteilt werden“. Dafür müssten Schneekanonen zum Einsatz kommen.

    Die Wissenschaftler stellen aber aufgrund aktueller Berechnungen fest, dass ein derartiger Eingriff im Allgemeinen riskant und technisch herausfordernd wäre.

    jeg/ae

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    Tags:
    Forschung, Klima, globale Erderwärmung, Antarktis