19:41 18 November 2019
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    Wenn Netflix und Pornos dem Klima schaden: Klimaschützer sollten Online-Videos meiden

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    Die Denkfabrik „The Shift Project“ veröffentlichte eine Fallstudie, in der die klimaschädlichen Folgen von Netflix, Pornos und YouTube beleuchtet werden. Der Studie zufolge ist der zivile Luftverkehr weniger schädlich als die Emissionen beim Anschauen von Videos.

    Derzeit wird vieles in Bezug auf den Klimawandel kritisiert. Digitale Technologien jedoch blieben bis jetzt von dieser Kritik verschont. Die französische Denkfabrik „The Shift Project“ veröffentlichte im Juli eine Studie, in der sie die ökologische Nachhaltigkeit („The Unsustainable Use of Online Video“) von Online-Videos untersucht. Netflix, Pornhub, Facebook und Co. sind dieser zufolge für vier Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Sie schließen somit schlechter ab als die klimaschädlichen Emissionen des zivilen Luftverkehrs, behauptet die Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ in ihrem Artikel.

    Der Energiebedarf der digitalen Industrie steige jährlich um neun Prozent. „The Shift Project“ erwartet dadurch bis 2025 eine Erhöhung von vier auf acht Prozent der weltweiten Emissionen. Deswegen appelliert die Denkfabrik an die einzelnen Nutzer von Streaming-Diensten, ihren Konsum kritisch zu hinterfragen.

    Online-Videos seien für über 300 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich und würden 60 Prozent aller globalen Datenflüsse entsprechen. Auf Video-on-Demand (z.B. Netflix, Amazon) würde dabei der größte Anteil mit 34 Prozent entfallen. An zweiter Stelle stünden pornografische Videos, die im Jahr 2018 für das Entstehen von 82 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich gewesen seien. Ein solcher Treibhausgas-Ausstoß entspreche dem aller Haushalte in Frankreich zusammen. Insgesamt kämen Pornos auf 27 Prozent aller Emissionen. Den dritten Platz belegen laut der Studie YouTube Videos, die 21 Prozent der Emissionen ausmachen. Videos, die man auf Facebook und Instagram anschauen kann, bildeten die letzten 18 Prozent.

    „The Shift Project“ beschreibt einfache Wege, wie man dem entgegenwirken kann. Zum einen sollte man seltener seine mobilen Geräte wechseln, denn die Herstellung dieser produziere ebenfalls viel CO2. Andererseits sollte man seinen Konsum auf beispielsweise eine Stunde am Tag reduzieren. Dies erklären die Macher der Studie anhand eines YouTube-Videos mit der Bemerkung, dass das Abspielen des Videos 8,7 Gramm CO2 produzieren würde.

    Doch seien es nicht nur die User, die sich ihres Konsums bewusst werden müssten. Auch Anbieter, führt der Tages-Anzeiger aus, wären verantwortlich für umweltfreundlichere Regulierungen. Das automatische Starten einer neuen Episode oder unlimitierte Daten-Tarife wären Beispiele dafür, was man verbessern könnte. Einer von zwei erwähnten Ansätzen wäre die Erschwerung des unbeschränkten Zugangs zu Video-Diensten. Der andere würde das Eingrenzen von Geschäftsmodellen der Online-Plattformen beinhalten.

    lm

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    Tags:
    Klima, CO2-Emissionen, Porno, Netflix, Youtube, Internet, Video