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15:53 14 Oktober 2019
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    Illustration der „Psyche-Mission“

    Dieser Himmelskörper hat es in sich – Nasa-Sonde soll „Psyche“ erforschen

    © Foto: SSL/ASU/P. Rubin/NASA/JPL-Caltech
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    Die meisten Himmelskörper in unserem Sonnensystem lassen sich gewöhnlich in zwei Kategorien einteilen: Aus Gestein bestehende – wie Erde, Mond oder Mars – oder sich aus Gas zusammensetzende – wie Jupiter und Saturn. Doch der Asteroid unter dem Namen „Psyche“ lässt sich wohl keiner der beiden zuordnen.

    „Psyche“ wurde bereits im 19. Jahrhundert von Astronomen entdeckt. Mittlerweile steht für Wissenschaftler fest: Dieser Brocken besteht komplett aus Metall.

    Nun will die Nasa diesen einzigartigen Himmelskörper mit der gleichnamigen Sonde „Psyche“ untersuchen.

    „Psyche ist eines von vielen Millionen Objekten im Asteroidengürtel. Aber es scheint einzigartig zu sein. Während die anderen Himmelskörper im Sonnensystem zum Beispiel aus Gas oder Eis zusammengesetzt sind, besteht Psyche nur aus Metall. Es handelt sich bei diesem Gebilde um eine Kugel aus Metall. Sie hat einen Durchmesser von 150 Kilometern. Ihre Bahnen zieht sie zwischen Mars und Jupiter“, erklärt dazu Jim Bell von der Schule für Erd- und Weltraumwissenschaften der Arizona State University.

    Doch das ist auch schon so ziemlich alles, was Forscher von diesem Objekt wissen. Alles andere bleibt derzeit ein Rätsel, wie etwa die Fragen, wie der Brocken entstanden ist oder was mit ihm derzeit passiert.

    Radarmessungen von der Erde und Berechnungen seiner Dichte lassen aber keinen anderen Schluss zu, als dass er aus Eisen und Nickel besteht.

    Hypothesen gibt es bereits

    Einige Hypothesen gibt es dazu. Linda Elkins-Tanton, die Direktorin der School of Earth and Space Exploration in Tempe, Arizona erklärt:

    „Die uns vertrauten Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars haben einen metallischen Kern aus Eisen und Nickel und darüber eine dicke Gesteinsschicht. Wir glauben, dass auch Psyche der metallische Kern eines Planeten ist. Dieser ursprüngliche Planet dürfte durch einen hochenergetischen Zusammenprall mit einem anderen Objekt zerstört worden sein – und zwar in der Frühzeit des Sonnensystems.“

    Der Gedanke, dass es sich bei „Psyche“ um den Kern eines ganzen Planeten handelt, lässt durchaus staunen, inwieweit diese These aber realistisch ist, zeigen sich selbst die Forscher unschlüssig.

    So gibt Jim Bell zu, dass die Wahrscheinlichkeit einer solchen Art des Zusammenstoßes nicht sehr hoch ist.

    „Meistens spielt sich ein solcher Crash so ähnlich ab, wie ein Frontalzusammenstoß zweier Autos. Danach ist alles zerstört. Ganz selten ist die Geometrie derart, dass das eine Objekt das andere nur streift, nur so gerade eben, wie zwei Kugeln beim Billard. Bei einer solchen Form der Kollision löst sich die Gesteinskruste und der Mantel von dem Asteroiden. Sein Kern aber bleibt zurück. So ein Zusammenstoß ist sehr unwahrscheinlich. Aber da es Millionen von Asteroiden gibt, sollte es nicht überraschen, dass es einen dieser Art gibt."

    Drei Jahre Geduld

    In drei Jahren will jedenfalls die Nasa eine Raumsonde zum Metall-Asteroiden schicken. Am Ziel angekommen, soll sie den Himmelskörper umkreisen, untersuchen und dabei seinen Ursprung und seine Entstehung klären.

    Die Ergebnisse der Untersuchung könnten dann Einiges über die Frühzeit der Erde verraten, glaubt Linda Elkins-Tanton:

    „Dies ist die einzige Möglichkeit, wie die Menschheit einen Metall-Kern untersuchen kann. Psyche ist der einzige metallische Körper im Sonnensystem. Und an den Erdkern kommen wir nicht ran.“

    Im Jahr 2026 soll „Psyche“ bei „Psyche“ ankommen und dann die letzte Art von Himmelskörpern im Sonnensystem untersuchen, zu der bislang die Menschheit keinen Zugang hatte.

    ng/ae

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    Tags:
    NASA, Meteorit, Meteor, Asteroid, Raumsonde, Sonde, Psyche