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    Ein Stern aus dem Labor: US-Physiker bauen „Mini-Sonne“

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    Wissenschaftler von der University of Wisconsin-Madison in der US-Stadt Madison (Bundesstaat Wisconsin) haben eine Nachahmung der Sonne in Miniaturformat erschaffen und mit ihrer Hilfe erfolgreich eine Studie durchgeführt. Die Ergebnisse der Recherche wurden in der Fachzeitschrift „Nature Physics“ veröffentlicht.

    Die Recherche war dem Sonnenwind gewidmet, also einem Strom geladener Teilchen, der ständig von der Sonne in alle Richtungen abströmt. Treffen diese geladenen Teilchen auf die Erde, rufen sie Polarlichter hervor und können den Funkkontakt zu Satelliten empfindlich stören.

    Es wird zwischen dem langsamen und dem schnellen Sonnenwind unterschieden, die nicht nur durch die Geschwindigkeit, sondern auch durch ihre chemische Zusammensetzung, ihre Temperatur und ihr Strömungsverhalten voneinander abweichen. Das Forscherteam um Ethan Peterson untersuchte laut dem Portal EurekAlert vor allem den langsamen Solarwind, seine Erzeugung und Entwicklung auf dem Weg zur Erde.

    „Sonne“ aus dem Labor

    Die „Mini-Sonne“ mit einem Drei-Meter-Durchschnitt wurde im Labor für Plasmaphysik kreiert und „Big Red Ball“ (BRB, „Großer roter Ball“) getauft. Im Zentrum der Hohlkugel befindet sich ein starker Magnet. Sobald die Forscher elektrischen Strom durchlaufen lassen, ahmt die Maschine nach, wie das Plasma und das magnetische Feld aufeinander einwirken.

    Parkerspirale

    Die Wissenschaftler imitierten mit der Hilfe von BRB den Sonnenwind und ein damit verbundenes Phänomen: die nach dem amerikanischen Astrophysiker Eugene Newman Parker benannte Spirale.

    „Unsere experimentellen Messungen bestätigen Parkers Theorie darüber, wie sie durch diese Plasmaströme erzeugt wird“, zitiert das Portal Peterson.

    Ihre Arbeit zeige, dass es möglich sei, mit Laborexperimenten der grundlegenden Physik dieser Prozesse auf die Spur zu kommen.

    Frühere Sonnenforschungen

    Zuvor teilte die University of Michigan (US-Stadt Ann Arbor) mit, dass ihre Wissenschaftler in einem in der Zeitschrift „The Astrophysical Journal Letters“ veröffentlichten Artikel eine Theorie formuliert hätten, die eines der größten und am längsten bestehenden Geheimnisse der Sonne erklären soll. Es betrifft die Aktivität in der Korona – der äußeren Atmosphärenschicht der Sonne.

    Die Autoren der Studie wollen ihre Theorie mit Hilfe der Nasa-Raumsonde Parker Solar Probe bestätigen.

    mo/sb

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