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06:41 21 Oktober 2019
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    Ladestation für E-Autos

    Forscher lüften schmutzige Wahrheit über Elektroautos

    © Sputnik / Nikolaj Hischniak
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    Umweltschützern zufolge soll die Menschheit auf Verbrennungsmotoren verzichten, die die Atmosphäre mit Treibhausgasen verschmutzen, und zu Elektroautos wechseln. Experten halten diese Idee für utopisch.

    Elektroautos sind kostspielig, zudem fehlt die Infrastruktur dafür. Auch würden elektrische Antriebe sogar zu noch größeren CO2-Ausstößen führen.

    Rückkehr zu Technologien aus dem 19. Jahrhundert

    Autos mit elektrischer Schubkraft wurden erstmals 1890 in den USA serienmäßig hergestellt. Damals wurde auf diese Verkehrsmittel gesetzt. Elektro-Fahrzeuge zeigten gute Ergebnisse bei Rennen, in ihre Entwicklung investierten die Großhersteller. Henry Ford arbeitete viele Jahre an der Entwicklung von Akkus.  Allerdings schrieb Ford seine Erfolgsstory mit mehreren prinzipiellen Verbesserungen des Benzinmotors. Zu den 1930er Jahren wurde die Produktion der E-Autos eingestellt.

    Das Interesse an Elektrofahrzeugen wurde in den 1990er Jahren in Kalifornien wiederbelebt, wo man aktiv für saubere Luft kämpfte. Es wurden kleine Partien der elektrischen PKWs Chevrolet und Tesla hergestellt, die ziemlich teuer waren: mehr als 100.000 Dollar. Elektrische Limousinen produzierten auch japanische und chinesische Hersteller. Doch sie blieben Exotik. Ein beständiges Interesse an Elektro-Verkehrsmitteln blieb eigentlich nur in Europa bestehen. In europäischen Hauptstädten sind oft Kleinautos zu sehen, die am Straßenrand zum Aufladen geparkt sind.

    Energieaufwendig und toxisch

    Die massenhafte Entwicklung der E-Autos wird durch einige Faktoren verhindert – das Fehlen ungiftiger Akkus, der Verarbeitungstechnologien und Infrastruktur zum Aufladen (wodurch der Einsatz außerhalb der Großstädte beschränkt ist) und der Strommangel.

    Der letzte Faktor sorgte dafür, dass die Umweltschützer selbst nun an der Umweltfreundlichkeit der E-Autos zweifeln und die CO2-Ausstöße bei ihrer Produktion und ihrem Betrieb berechnen. Elektrische Antriebe stoßen keine Treibhausgase aus. Doch sie funktionieren dank eines Akkus, der von gewöhnlichen Stromnetzen geladen wird. Strom wird aber gewöhnlich durch die Verbrennung von Gas und Kohle erzeugt.

    Es gibt nur wenige Länder, in denen Strom aus bedingt reinen Quellen generiert wird – Wasserkraftwerke, Atomkraftwerke, Erdwärme. Dazu gehören z.B. Norwegen, Frankreich. In Kalifornien hat in den vergangenen Jahren der Anteil der Sonnenenergie stark zugenommen. Doch in den meisten Ländern wird Strom via Verbrennung fossiler Kraftstoffe erzeugt.

    Im Buch „Energy Myths and Realities“ kam der tschechisch-kanadische Wissenschaftler Vaclav Smil zu dem Schluss, dass die Ersetzung der Benziner-Autos durch E-Autos in den USA den Ausbau der Stromproduktion um ein Viertel (im Vergleich zur Menge 2008) erfordern wird. Ihm zufolge würde der Wechsel zu Elektroautos nicht zum Einsparen des primären Stroms und zur Reduzierung der CO2-Emissionen führen.

    Bei einer Untersuchung des Lebenszyklus von E-Autos fand Maarten Messagie von der Freien Universität Brüssel heraus, dass 70 Prozent der CO2-Emissionen auf die Generierung von Strom, jeweils 15 Prozent auf die Produktion der Karosserie und Lithiumbatterie entfallen. Die Produktion der primären Stoffe für ein Auto beinhaltet toxische Prozesse und erfordert einen großen Energie-Aufwand. Das könnte künftig durch den Übergang zu erneuerbaren Energiequellen, durch die Entwicklung der Verarbeitungstechnologien für abgenutzte Akkus optimiert werden. Das würde die „CO2-Spur“ um 35 Prozent reduzieren. Trotz ernsthafter Fragen bezüglich der Umweltfreundlichkeit der Elektroautos bleiben sie sehr attraktiv für Großstädte, wo das Problem der Luftverschmutzung sehr akut ist. Als zeitweilige Lösung haben Experten zufolge Hybrid-Verkehrsmittel, bei denen Benzinverbrennung mit elektrischer Schubkraft kombiniert ist, gute Zukunftsaussichten.

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    Tags:
    Umweltbelastung, Umweltschutz, CO2, CO2-Emissionen, E-Auto, E-Autos, Tesla Motors, Tesla