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03:34 20 Oktober 2019
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    Labor in Russland (Symbolbild)

    Schweizer Diplomat: Forschungsprojekte aus Russland sind von hoher Qualität

    © Sputnik / Sergej Mamontow
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    Schweizer Regierungsstipendien für Wissenschaftler und Künstler werden jährlich weltweit verteilt. Es werden über 1500 Bewerbungen dafür aus 180 Partnerländern eingereicht. 250 Bewerber bekommen diese Stipendien, zehn Prozent entfallen dabei auf Russland. An erster Stelle stehen die Einzigartigkeit und das Potenzial des vorgeschlagenen Projekts.

    Die Stipendienprogramme der Schweizer Regierung für ausländische Studierende gelten weltweit seit 1961, in Russland seit 1968.

    „Wir haben eine lange Geschichte. Es ist immer so angedacht gewesen, dass dieses Stipendienprogramm recht breit ist. Wir suchen nicht spezifische Forschungsbereiche, sondern junge motivierte Forscher und Künstler mit einem hohen Forschungspotenzial. 25 Stipendien ist die Quote, die die Bürger Russlands jährlich erhalten können. Allerdings wird sie nicht ausgeschöpft, es besteht noch Potenzial. Russland nimmt in der Forschungszusammenarbeit mit der Schweiz einen besonderen Platz ein und gehört zu den prioritären Ländern, also zur Top-5. Aber wir haben noch Luft nach oben“, sagte Alberto Groff, Leiter der Wirtschaftsabteilung in der Botschaft der Schweiz in Russland, im Interview mit Sputnik.

    Sie werden auch Bundes-Exzellenz-Stipendien genannt, fügte Marina Tschumak, wissenschaftliche und technische Assistentin, hinzu. Der Hauptgedanke sei, Exzellenz aus aller Welt zu unterstützen, und zwar nicht in einer spezifischen Branche, sondern in allen Branchen.

    Obwohl es ein bilaterales Programm der Schweiz und Russlands sei, gehe es nicht darum, möglichst gute Forscher in die Schweiz anzuziehen und dort zu behalten, betonte Alberto Groff.

    „Die Schweiz ist ein internationaler Forschungsstandort, wir haben viele Forscher aus der ganzen Welt. Die Idee ist, interessierte und potenziell starke Forschende aus Russland anzuziehen, die dann entweder wieder zurückgehen oder ein anderes Forschungsprojekt wo auf der Welt absolvieren.“

    Es muss auch erwähnt werden, dass die Bewerber nicht unbedingt die Schweizer Philologie oder Sprachwissenschaft oder Kultur erforschen. Es würden viele Forscher unterstützt, die z.B. die Antike erforschen oder die alte griechische Sprache oder Latein oder Papyrus. So habe eine Mitarbeiterin des Puschkin-Museums einmal ein Stipendium für Papyrusforschung bekommen. An erster Stelle stehe also die Einzigartigkeit des Projekts.

    „Jedes Jahr haben wir sehr interessante Stipendiaten, auch dieses Jahr. Ein junger Forscher beschäftigt sich mit der Problem der Arktis, eine andere Forscherin erforscht den Schlaf – die Somnologie. Jedes Jahr sind das unterschiedliche Wissenschaftsfelder: Physik, Chemie, Musik. Ein Stipendiat spielt ein altes Musikinstrument, die Laute, und geht in die Schweiz, um die Barockmusik zu studieren“, merkte Marina Tschumak an.

    Ungefähr zweitausend Schweizer Franken monatlich bekommen Stipendiaten, die noch keine Dissertation haben, sowie Stipendiaten aus dem künstlerischen Bereich. Die Bewerber dürfen nicht älter als 35 Jahre sein. Diejenigen, die eine Dissertation schon abgeschlossen haben und Forschungsarbeiten in Angriff nehmen, bekommen dreieinhalbtausend Schweizer Franken. Die Projekte sollen ein Potenzial haben und zukunftsträchtig sein.

    „Die Schweiz ist recht stark in der Forschung, deswegen haben wir auch entsprechende Erwartungen, was das Forschungsniveau anbelangt. Die Forschungsprojekte, die von russischen Stipendiaten eingegeben werden, sind von hoher Qualität und für viele Bereiche der Schweizer Wissenschaft interessant“, so Alberto Groff.

    Das Stipendienprogramm erfolgt in Zusammenarbeit mit schweizerischen Staatsuniversitäten und Auslandsvertretungen. Die Bundes-Exzellenz-Stipendien richten sich an junge ausländische Forschende mit abgeschlossenem Master- oder Doktorats-Studium und an junge Kunstschaffende mit abgeschlossenem Bachelor-Studium. Die Stipendiaten beschäftigen sich mit Forschungsarbeiten an den Universitäten von Genf, Zürich, Lausanne, Bern, Basel u.a. In verschiedenen Jahren waren unter ihnen z. B. der Dekan der Geologischen Fakultät der Moskauer Staatlichen Universität (MGU) Dmitri Puschtscharowski, der russische Molekularbiologe Wadim Mesjanschinow, die Komponistin Olga Botschichina, der Dichter Pawel Arsenjew, die Avantgarde-Forscherin der Kunst von Wladimir Tatlin, Ksenia Golowko, und andere.

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    Tags:
    Zusammenarbeit, Forscher, Studenten, Schweiz, Russland