SNA Radio
    Jugend (Symbolbild)

    Räuber Ihrer Jugend – sechs Nie-Wieder-Produkte früher und heute

    CC0
    Wissen
    Zum Kurzlink
    Von
    1119324
    Abonnieren

    Ohne Essen gibt’s kein Leben. Aber kann man sich nicht nur satt, sondern auch jünger essen? Diese Frage scheint die Menschheit seit Adams Zeiten zu peinigen. Welche Schock-Produkte die Ärzte früher als „Lebenselixier” empfohlen haben, und welche Lebensmittel laut neuen Erkenntnissen der Wissenschaft die Haut altern lassen, erfahren Sie hier.

    Die Empfehlungen der Ärzte sind ganz unterschiedlich und differieren je nach Epoche – von mittelalterlichen Tipps, Quecksilber als „Lebenselixier” einzusetzen, bis hin zu Röntgenstrahlen gegen unerwünschte Haare.

    In Liste „A” präsentiert Sputnik Ihnen schockierende Produkte, die im Mittelalter oder gar Ende des 19. Jahrhunderts bei Beauty-Queens und -Kings sehr beliebt waren. In der weiteren, darauf folgenden Liste „B” finden Sie sechs Lebensmittel, auf die Sie aus Sicht moderner Wissenschaftler Ihrer Haut zuliebe besser verzichten sollten.

    O tempora, o mores!

    A1. Schwarze Tollkirsche

    Die „Atropa belladonna” ist eine giftige Pflanze, deren Name mit dem italienischen Begriff „belladonna” für „schöne Frau” assoziiert wird.  Der Saft dieser Pflanze wurde früher als Betäubungsmittel verwendet. Umso seltsamer scheint ihre Verwendung für kosmetische Zwecke. Das Produkt erfreute sich bei den Frauen großer Beliebtheit, da der Saft der schwarzen Tollkirsche eine pupillenvergrößernde Wirkung besitzt. Die Pflanze galt im Mittelalter als alte Zauberpflanze mit der Fähigkeit, Erregungszustände auszulösen. Die Pupillen weiteten sich nach dem Verzehr und der Saft ließ den Blick der Frau besonders strahlend und verlockend anmuten. Das mag wohl auch gewirkt haben, allerdings nur für sehr kurze Zeit. Danach wurden die Frauen, die zu diesem Mittel gegriffen hatten, einfach blind.

    Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna)
    Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna)

     

    A2. Arsen

    Arsen wurde und wird immer noch aufgrund seiner toxischen Eigenschaften als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Sein Name im Russischen („Mischjak”) bedeutet ja auch Mäusegift. Im 19. Jahrhundert verkaufte man Arsen-Tabletten in kleinen Dosen als Wundermittel für „einen gleichmäßigen Teint” und eine „angenehme Rundheit” des Körpers. Und es konnte auch in der Tat eine gewisse Rundheit erzielt werden. Allerdings sammelte sich das Gift in der Schilddrüse an und führte zur Bildung eines bösartigen Kropfs.

    A3. Quecksilber

    Bevor die Menschen andere Wirkstoffe gegen Akne entdeckten, war Quecksilber das Hauptmittel gegen Hautunreinheiten. Das giftige Metall war Teil mehrerer Medikamente gegen verschiedene Entzündungen, die die  Ärzte sehr wohl mit der giftigen Substanz bekämpfen konnten. Das Quecksilber selbst und seine Verbindungen (Quecksilberchlorid, Kalomel, Quecksilbercyanid) beeinträchtigten jedoch das Nervensystem, die Leber, die Nieren, den Magen-Darm-Trakt und beim Einatmen die Atemwege der Patienten. Depressionen, Zittern und ein metallischer Geschmack im Mund sind nur die ersten Symptome einer Vergiftung. Quecksilber ist ein kumulatives Gift, das sich im Körper ansammelt und schließlich zum Versagen mehrerer Organe und zum Tod führt.

    A4. Blei

    Im Mittelalter war blasse Haut in Mode, deswegen bedeckten die Damen ihre Gesichter mit Schminkweiß. Klar sah das Ganze schick aus, doch die Geschichte hatte einen Haken – das weiße Gesichtspuder enthielt Blei. Bleiweiß war bis ins 19. Jahrhundert beliebt. Kaum vorstellbar, wie viele Frauen infolge einer Vergiftung durch dieses Mittel ihr Leben lassen mussten. Vergiftungssymptome wie Blässe, unsicherer Gang, Dünnheit und Appetitlosigkeit wurden von den Familienmitgliedern nicht als alarmierende Merkmale sondern eher als Eigenschaften angesehen, die jedes Mädchen angeblich nur schmückten.

    A5. Radium

    Laut dem Lifestyle-Magazin Cosmopolitan war die französische Kosmetik Tho-Radia, die Thoriumchlorid und Radiumbromid enthielt, in den 1930er Jahren bei den Frauen besonders gefragt.

    „Sie versorgt die Zellen mit Vitalität, fördert die Durchblutung, glättet die Haut, lindert Fett, beugt Porenerweiterungen vor, lindert Akne, Pickel, Rötungen und Pigmentierungen, schützt, beugt dem Alterungsprozess vor und glättet Falten, verleiht ein frisches und blühendes Aussehen”, versprach damals die Produktwerbung.

    Die Frauen nutzten die Neuheit aktiv, bis die radioaktive Creme sie in richtige Krüppel verwandelte.

    Radium (Symbolbild)
    Radium (Symbolbild)

    A6. Röntgenstrahlung

    Röntgenstrahlen helfen uns heute bei der Diagnose von Krankheiten. Gleich nach der Entdeckung dieser Strahlen versuchte man, sie für kosmetische Zwecke zu verwenden – nämlich, um unerwünschte Haare zu entfernen. Und die Haare waren wirklich weg! Zugleich wurde die Haut allerdings dünner und es traten Falten auf. Das Schlimmste war jedoch, dass sich nach einigen Jahren herauskristallisierte, dass diese wirksame Haarentfernungsmethode das Krebsrisiko erhöhte.

    Nicht alles gut, was schmeckt

    Diese Woche haben russische Medien ihrer Leser auf eine Produktliste aufmerksam gemacht, die wissenschaftliche Experten als schädlich bezeichneten. Zunächst hat darüber die Zeitung „Rossijskaja Gazeta” berichtet.

    B1. Zucker

    Die ständige Präsenz von Zucker in der Nahrung verlangsamt demnach die Kollagensynthese – das Protein, das für die Elastizität der Haut verantwortlich ist.

    Alter (Symbolbild)
    Falten (Symbolbild)

    B2. Verarbeitetes Fleisch

    Übermäßiger Verzehr von verarbeitetem Fleisch beeinträchtigt den Stoffwechsel, macht die Haut stumpf, verdirbt ihre Farbe und erhöht die Entzündungsneigung, hieß es.

    B3. Salz

    Alle Fertiggerichte enthalten überschüssiges Salz. Macht diese Art von Gerichten den Hauptteil der Ernährung aus, sind Schwellungen nicht zu umgehen – denn das Salz hält die Flüssigkeit im Körper zurück.

    B4. Kaffee

    Kaffeeliebhaber riskieren neben Zahnschmelzschäden eine Entwässerung des Körpers sowie die Entstehung von Falten auf der Haut, die aufgrund von Feuchtigkeitsmangel schnell altert, hieß es.

    B5. Alkohol

    Zwar behauptet man, dass in einigen alkoholische Getränken wie Rotwein Antioxidantien stecken. Viele vordergründig positive Wirkungen werden jedoch durch manche Wissenschaftler widerlegt, wie das bereits in einer britischen Studie aus dem Jahr 2006 der Fall war. Die meisten positiven Effekte gehen nicht vom Alkohol selbst aus, sondern von andern Pflanzenstoffen, die in Getränken wie Rotwein enthalten sind, hieß es. Darüber hinaus warnen Mediziner davor, einzelne Wirkungen aus dem Zusammenhang zu reißen. Wie dem auch sei, führt der Genuss von alkoholischen Getränken laut Experten von der Zeitung zu Hautschwellungen.

    B6. Maisprodukte

    Dies umfasst eine Vielzahl von Frühstücksflocken, Chips, Popcorn. Die Produkte können das Gleichgewicht von Omega-3 und Omega-6 im Körper stören.

    Von Feinden in der Küche umgeben – was nun?

    Ob nun das Frühstück ohne übliche Frühstücksflocken oder Kaffee schmecken wird? Oder ein Teller Suppe ohne Salz zu Mittag und Kartoffelpüree ohne Frikadellen aus der Fertiggerichtpackung gewöhnungsbedürftig sind? Das entscheidet natürlich jeder für sich. Experten verweisen darauf, dass der Organismus immer besser wisse, was er zurzeit brauche. Der einzig richtige Tipp wäre nur, bei den Essgewohnheiten das Maß nicht zu verlieren – bekanntlich macht ja die Dosis das Gift.  Sollten dennoch ernährungstechnische Probleme auftreten, ist ein Arzt zu konsultieren, der Ihnen die für Sie passende Diät verschreiben wird.

    ai/ae/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Schönheit, Gesundheit, Jugend