07:18 21 Oktober 2020
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    War der Neandertaler schlau? Wohl doch nicht ganz so smart, wie bisher angenommen. Das vermuten Tübinger Wissenschaftler aufgrund neuer Forschungsergebnisse. Bisher war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass der frühe Mensch in einem aufwendigen Verfahren Klebstoff herstellte – dies gilt nun nicht mehr als Beleg für höhere geistige Fähigkeiten.

    Neandertaler nutzten Birkenpech als Klebstoff, um Steinkratzer oder -spitzen an Holzgriffen zu befestigen und so Werkzeuge herzustellen. Bisher ging man in der Forschung davon aus, dass Birkenpech nur in einem aufwendigen Prozess hergestellt werden hätte können, bei dem die Baumrinde unter Luftabschluss erhitzt wurde.

    Forscher der Universität Tübingen fanden jetzt zusammen mit Wissenschaftlern aus New York heraus, dass der Intelligenz verheißende Klebstoff auch ganz unkompliziert aus verbrannter Birkenrinde gewonnen werden könnte: Die Herstellungsweise des Birkenpechs beurteilen die Wissenschaftler als so einfach, dass der Neandertaler sie bei seiner Alltagsaktivität spontan entdecken konnte.

    Dazu bedurfte es nur eines Feuers mit Birkenrinde nahe einer glatten Oberfläche von Steinen oder Knochen. Der Klebstoff könne mithin nicht länger als Hinweis für modernes oder komplexes Verhalten gelten, so das Uni-Forschungsteam unter der Leitung von Patrick Schmidt und  Claudio Tennie von der Abteilung für Ältere Urgeschichte.

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    Tags:
    Neandertaler, Intelligenz, USA, Forscher