01:28 21 November 2019
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    Antibiotika (Symbolbild)

    Ärzte werden immer vorsichtiger bei Antibiotika-Einsatz

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    Niedergelassene Ärzte in Deutschland verschreiben heute viel weniger Antibiotika als vor neun Jahren. Wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland am Mittwoch berichtete, sei vor allem die Anzahl der Antibiotika-Verordnungen für Kinder zurückgegangen.

    Wurden den Krankenversicherten 2010 noch 562 Verordnungen von Antibiotika pro 1000 Personen ausgestellt, waren es 2018 nur noch 446. Das ist ein Rückgang um 21 Prozent.

    Bei Neugeborenen und Säuglingen (bis ein Jahr) sind die Verordnungen von 630 pro 1000 Versicherte im Jahr 2010 auf 320 Verordnungen im Jahr 2018 (49 Prozent) gesunken. Dabei bekommen die Zwei- bis Fünfjährigen nach wie vor am meisten Antibiotika. Aber auch hier gab es einen starken Rückgang der Verordnungen um 44 Prozent. Bei den 10- bis 14-Jährigen sank die Zahl um 41 Prozent.

    Dem Zentralinstitut zufolge zeige der deutliche Rückgang der Antibiotika-Anwendung bei allen Kindern einen tiefgreifenden Wandel in der pädiatrischen Versorgung. Man sei zu der Erkenntnis gekommen, dass eine zu häufige Verabreichung von Antibiotika eine der Ursachen für die steigenden Antibiotika-Resistenzen sei.

    Aus dem Bericht geht hervor, dass die Verordnungsrate in den alten Bundesländern im Schnitt höher als in den neuen war. So wurden im Saarland 572 Antibiotika-Verordnungen pro 1000 Versicherte und in Sachsen 317 Verordnungen registriert.

    ls/tm/dpa

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