13:52 28 Oktober 2020
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    Die Verbreitungsgebiete von Mücken und Zecken verlagern sich allmählich in nördlicher Richtung und die Infektionskrankheiten, die sie übertragen, werden also immer öfter in nördlichen Regionen und im Gebirge auftreten, wo sie früher faktisch nicht registriert wurden, sagte Dr. med. Boris Rewitsch gegenüber Sputnik.

    Der Forscher berief sich dabei auf den vor kurzem in Russland erschienenen Bericht „Klimawandel und Gesundheit: Einschätzung, Indikatoren, Prognosen“. 

    „Die Klimaerwärmung führt zu einer Migration von Überträgern verschiedener Infektionskrankheiten in nördlich gelegene Regionen und Hochgebirgsgebiete und folglich auch zu einem größeren Risiko von transmissiven Infektionskrankheiten (die von blutsaugenden Insekten und Zecken übertragen werden – Anm. d. Red.), die früher auf den genannten Territorien nicht registriert wurden“, heißt es in dem Bericht.

    Rewitsch präzisierte, dass sich die Verbreitungsgebiete von bestimmten Pflanzen und Tieren um Hunderte Kilometer verschieben würden. So seien in den südrussischen Gebieten Astrachan und Wolgograd die Ausbrüche von West-Nil-Fieber und hämorrhagischem Krim-Kongo-Fieber gemeldet worden.

    Als Grund für die Verbreitung von West-Nil-Fieber wird laut dem Wissenschaftler eine veränderte Migrations- und Nachzuchtzeit bei einigen Vogelarten vermutet, die diese Infektionskrankheit übertragen können. Als Überträger von Krim-Kongo-Fieber gelten Zecken, die allmählich nach Norden umsiedeln. Gehäufte Infektionsfälle seien seit dem Jahr 2000 in der Republik Kalmykien sowie in den Gebieten Rostow und Wolgograd verzeichnet worden.

    Der Experte verwies ferner auf die Verschiebung von Frühsommer-Meningo-Enzephalitis nach Norden, etwa ins Gebiet Archangelsk und in die Republik der Komi, wo es diese Infektion früher nie gegeben hatte.

    ls/mt 

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