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13:52 13 November 2019
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    Studie: Depressionen sind Ursache von 20 unterschiedlichen körperlichen Krankheiten

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    Ein Forscherteam der University of South Australia hat herausgefunden, dass Menschen, die eine genetische Veranlagung für die Entwicklung von Depressionen haben, auch anfälliger für 20 unterschiedliche körperliche Erkrankungen sein könnten. Die entsprechende Studie wurde im Fachmagazin „Molecular Psychiatry“ veröffentlicht.

    Demnach untersuchten die Forscher die genetischen Risikofaktoren einer schweren depressiven Störung im Zusammenhang mit mehr als 900 anderen Krankheiten. Dabei stellten sie fest, dass eine schlechte psychische Gesundheit nicht immer die Folge einer schweren Krankheit ist  – vielmehr könnte die Depression direkt für die Entwicklung weiterer Krankheiten verantwortlich sein.

    „Daten zeigen, dass Menschen, die mit schweren psychischen Erkrankungen wie Depressionen leben, auch viel häufiger an körperlichen Erkrankungen leiden als die durchschnittliche Bevölkerung“, sagt Studienautor und Genetik-Epidemiologe Anwar Mulugeta. 

    Um herauszufinden, ob Depressionen tatsächlich Auslöser physischer Erkrankungen sein können, hätten die Wissenschaftler einen Pool genomischer Daten genutzt, die aus den Datensätzen der UK Biobank mit mehr als 340.000 Personen stammten.

    Die Analyse zeigte, dass diese Gene das Risiko der Individuen auf eine schwere Krankheit erhöhten, die nahezu jeden Bereich des Körpers betreffen kann. Dazu gehören unterschiedliche Erkrankungen wie Asthma, erhöhter Cholesterinspiegel, Magenschleimhautentzündungen, Entzündungen der Speiseröhre, Erkrankungen des Harnsystems und sogar Infektionen durch E.coli.

    „Diese Studie beendet das Rätsel von der Henne und dem Ei und zeigt, dass Depressionen Krankheiten verursachen und nicht nur umgekehrt“, so Mulugeta. „Das Ergebnis muss nun signalisieren, dass ein Individuum, bei dem Depressionen diagnostiziert wurden, auch auf eine definierte Reihe möglicher Begleiterkrankungen untersucht werden sollte, was ein viel besseres klinisches Management und deutlich verbesserte Ergebnisse ermöglicht.“

    pd/sb

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