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    Wissenschaftler enthüllen Geschichte eines verlorenen Kontinents unter Europa

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    Ein internationales Team aus Geologen hat das Geheimnis um den versunkenen Kontinenten Großadria gelüftet, dessen Teile immer noch auf den europäischen Kontinenten zu finden sind. Die Resultate benennt der leitende Forscher Douwe van Hinsbergen in einem Interview.

    Der Großadriatische Kontinent ist eine unglaublich große Landmasse, die sich zurzeit hauptsächlich unter Südeuropa befindet. Die einzigen Zeugnisse, die über der Wasseroberfläche erscheinen, sind Kalksteine und andere Arten von Gesteinen, die man in Bergketten von Südeuropa auffinden kann, erzählt Douwe van Hinsbergen in einem Interview mit dem Institut. Er ist leitender Wissenschaftler der Forschung sowie Professor für globale Tektonik und Paläogeographie an der Universität Utrecht.

    ​Laut van Hinsbergen, war das Gestein Teil des Meeresbodens, der mit der Kollision der tektonischen Platten über Wasser geschoben wurde.

    Vor ungefähr 240 Millionen Jahren brach der Kontinent Großadria von dem Superkontinent Gondwana ab und begann, sich nach Norden zu bewegen. Die frühere riesige Landmasse Gondwana enthielt unter anderem das moderne Afrika, Südamerika, Australien, die Antarktis, den Indischen Subkontinenten und die Arabische Halbinsel.

    ​Vor ungefähr 140 Millionen Jahren war die Großadria ähnlich groß wie Grönland und verbarg sich zum großen Teil unter der tropischen See. 20 Millionen Jahre später traf die Landmasse dann mit der Teil-Kontinentalplatte des heutigen Europas zusammen, brach auseinander und verschwand unter ihr.

    „Der Mittelmeerraum ist, einfach gesagt, ein geologisches Durcheinander“, erklärt Van Hinsbergen. „Alles ist gebogen, zerbrochen und gestapelt“.

    Wieso konnte dann Form und Größe des verschwundenen Kontinents erst vor kurzem festgestellt werden? Die Gesteine der Landmasse sind in über 30 Ländern zu finden, von Spanien bis zum Iran. Diese Zerstreuung trifft auch auf die Daten zu:  In ganz Europa verteilt und deswegen sehr schwer einzusammeln. Außerdem verfügten die Forscher lange nicht über die Software, die es ihnen ermöglichte, solche Rekonstruktionen durchzuführen.

    Douwe van Hinsbergen und seine Kollegen haben zehn Jahre damit verbracht, Informationen wie bspw. Magnetfeldausrichtung und Proben der Gesteinsorten zu sammeln, die von dem Großadria abstammen könnten. Die Wissenschaftler können zum Beispiel dank dieser Ausrichtung nicht nur das Alter, sondern auch die Herkunft der Steine herausfinden.

    Die Ergebnisse ihrer Forschung werden in dem renommierten Wissenschaftsmagazin "Gondwana Research" veröffentlicht.

    dg/tm

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    Tags:
    Adria, Südeuropa, Europa