21:17 05 Dezember 2019
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    Saturnmond Enceladus

    Leben im Weltall? Forscher finden Grundbausteine auf Saturn-Eismond

    © NASA . JPL-Caltech
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    Auf dem Saturn-Eismond Enceladus wurden Grundbausteine von Leben entdeckt. Diese steigen wahrscheinlich von heißen Quellen am Grund durch den Ozean des Saturn-Trabanten auf und gelangen in Form von Eisfontänen durch die Eiskruste ins All.

    Grundbausteine von Leben wurden am Mittwoch auf dem Saturnmond Enceladus nachgewiesen. Dabei handelt es sich um Bausteine, aus denen sich Aminosäuren zusammensetzen. Aus Aminosäuren wiederum bestehen Proteine – komplexe Moleküle, die im lebenden Organismus verschiedene Aufgaben erfüllen. Diese Bausteine wurden in den Fontänen nachgewiesen, die der Mond absondert. Die Forscher untersuchten hierfür bereits gesammelte Daten der Saturn-Sonde „Cassini“ gründlicher, deren Sammeltätigkeit 2017 geendet hatte.

    Der Eismond Enceladus ist für die Forschung von Interesse, da unter einer kilometerdicken Eiskruste ein Ozean eingeschlossen liegt. Die Fontänen wiederum legen die Vermutung nahe, dass am Grund des Ozeans heiße Quellen aktiv sind, die Stoffe absondern, die sich mit dem Wasser vermischen. Dieses Wasser gelangt dann durch Spalte und Risse an die Oberfläche und wird kilometerweit ins All geschossen.

    Bei den nachgewiesenen Verbindungen handelt es sich laut der Nasa um Stickstoff- und Sauerstoffverbindungen. Solche Stoffverbindungen reagieren auf der Erde zu Aminosäuren, die für Leben essenziell sind. Die heißen Quellen am Ozeangrund liefern auf der Erde die nötige Energie, die solche Reaktionen in Gang setzt. Die Quellen des Eismonds könnten dasselbe bewirken.

    © Foto : © NASA/JPL-Caltech/Southwest Research Institute

    Diese Untersuchungen wurden unter der Leitung des Geowissenschaftlers Nozair Khawaja von der Freien Universität Berlin durchgeführt und am Mittwoch in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society publiziert. „Es handelt sich bei den Verbindungen um bekannte Vorläufer oder Bestandteile im Zusammenhang mit der Bildung von Stoffen wie Aminosäuren, die für das Leben wichtig sind“, sagt er gegenüber Sputnik. „Die Bedingungen der hydrothermalen Entgasungssysteme auf Enceladus ähneln solchen auf der Erde wie etwa Lost City, wo aus solchen einfachen Komponenten Aminosäuren entstehen.“

    Dieser Nachweis hat aus Sicht des Forschers eine große Bedeutung für künftige astrobiologische Untersuchungen:

    „Wir denken, dass Enceladus viele Geheimnisse in seinem Ozean birgt. Solche Resultate sprechen deutlich für eine weitere Raummission zum Enceladus mit möglichst fortgeschrittenen Werkzeugen, um die Herkunft des organischen Materials auf Enceladus besser zu verstehen. Diese Resultate können auch für die NASA-Mission zum Jupitermond Europa nützlich sein, der ebenfalls eine bewohnbare Ozeanwelt darstellt.“

    Für Khawaja könnten die nachgewiesenen Stoffe für „eine komplexe organische Chemie im Ozean des Enceladus“ sprechen.

    Bei der Cassini-Huygens-Mission handelt es sich um ein gemeinsames Projekt von Nasa, Esa und der italienischen Weltraumagentur.

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    Tags:
    NASA, Raumsonde Cassini, Weltraum, Saturn