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12:05 19 Oktober 2019
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    Modell einer Leonardo-Brücke im Museum Koekelberg

    Und sie steht doch! – Architekturrätsel von Leonardo Da Vinci gelöst

    © AFP 2019 / BELGA PHOTO / BENOIT DOPPAGNE
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    Eine Gruppe von Wissenschaftlern vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA hat herausgefunden, wie widerstandsfähig die Brücke ist, die Leonardo Da Vinci projektiert hat. Dies berichtet „Live Science“.

    Wie „Live Science“ schreibt, hat die Gruppe diese Woche auf der Konferenz der „International Association for Shell and Spatial Structures“(dt. „Internationale Assoziation für Schalen- und Raumstrukturen“) im spanischen Barcelona ihre Resultate vorgestellt.

    Die Brücke ist als Konzept um das Jahr 1502 entstanden, als der ottomanische Sultan Bayezig II Pläne für eine Brücke suchte, die das damalige Konstantinopel mit dem Nachbarland, auch bekannt als Galata, verbinden würde. Da Vinci hatte damals auch eine Idee vorgeschlagen, die jedoch letzten Endes nicht angenommen wurde.  

    Nun hatte sich eine Gruppe von Forscher zum Ziel gesetzt, das Design von Da Vinci zu überprüfen. In seiner Beschreibung ließ Da Vinci das nötige Material oder das Equipment aus, mit dem man die Brücke bauen könnte. Jedoch fand das Team heraus, dass das einzige Material, das der Zeit und auch Erdbeben standhalten könnte damals nur Stein war. Deswegen stellten sie die Hypothese auf, dass die Brücke ihr eigenes Gewicht ohne jegliches Hilfsmaterial halten könne.

    Um diese These zu überprüfen, benutzten sie einen 3-D Printer, und druckten 126 Blöcke aus, um eine Replika herzustellen. Die Brücke selbst wäre zwar fast 4,5 Mal kleiner als die Golden Gate Bridge, aber für ihre Zeit sie die längste Brücke der Welt gewesen.

    „Es war zeitaufwändig, aber die Technologie des 3-D Drucks erlaubte es uns, diese komplizierte Geometrie sehr genau nachzubauen“, sagte Karly Bast, eine der Autoren des Experiments.

    Die Forscher stellten die 3D-gedruckten Blöcke mithilfe eines Gerüsts auf und als sie schließlich den „Schlussstein“ am höchsten Punkt der Brücke platzierten, entfernten sie das Gerüst. Die Brücke stand von allein. „Dies ist die Stärke der Geometrie“, sagte sie und fügte hinzu, dass die Brücke allein durch die Kompression zusammengehalten wurde.

    Da Vinci stellte auch für den Fall eines Erdbebens als Sicherheitsmaßnahme Stützen auf, die sich an beiden Seiten der Brückenenden nach außen ersteckten, um sie somit gegen jegliche seitliche Bewegungen zu stabilisieren. Bast und ihr Team haben die Skizze überprüft, indem sie die Brücke auf zwei beweglichen Plattformen gebaut hatten. Als Resultat war die Brücke widerstandsfähig gegen die Bewegung, obwohl sie sich leicht verformte, nachdem sie durch die „Erdbeben“ stark gedehnt worden war.

    Der Entwurf an sich ist für die Brückendesigner nicht mehr praktisch, da die heutigen Materialien und Methoden die Möglichkeiten für leichtere und stärkere Brücken bieten. Aber der Beweis dieses Entwurfes wirft mehr Licht auf die Brillanz eines der produktivsten Erfinder der Welt.

    Laut Bast zeigt das auch, dass „Sie nicht unbedingt ausgefallene Technologien benötigen, um auf die besten Ideen zu kommen“.

    dg/ae

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    Tags:
    Barcelona, Massachusetts Institute of Technology, Leonardo da Vinci