07:27 18 November 2019
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    Marskrater (Symbolbild)

    Sind wir bereit, außerirdisches Leben zu entdecken? Nasa-Forscher haben ihre Zweifel

    CC BY 2.0 / Kevin Gill / Western Rim of Palikir Crater/NASA/JPL/University of Arizona/USGS
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    Die Frage, ob es außerirdisches Leben im Universum gibt, beschäftigt Wissenschaftler seit Jahrzehnten. Zuletzt sorgte der Ex-Forscher der Nasa, Gilbert Levin, sogar für Schlagzeilen, als er meinte, dieses sei schon in den 1970er Jahren auf dem Mars entdeckt worden. Andere zweifeln dagegen, ob der Mensch überhaupt für solche Entdeckungen bereit sei.

    Der Mars ist vermutlich der am besten erkundete Planet (außer der Erde natürlich) des Sonnensystems. Sogar jetzt sind mit dem Rover „Curiosity“ und dem Lander „InSight“ gleich zwei Missionen auf dem Planeten aktiv.

    Weiter Sonden umkreisen den Mars im Weltraum.

    Doch trotz all dieser Anstrengungen ist bislang die wohl wichtigste Frage nicht geklärt worden: Gibt es nun Leben auf dem Mars oder nicht?

    Nasa-Chefwissenschaftler Jim Green jedenfalls ist fest davon überzeugt, dass die Antwort bald ans Licht kommt. Zugleich zweifelt er, ob die Menschheit dafür überhaupt bereit sei.

    Die mögliche Entdeckung des Lebens auf einem fremden Planeten werde „revolutionär sein“ und könnte „eine ganz neue Denkrichtung einleiten“, sagte Green gegenüber dem britischen „Telegraph“.

    „Ich glaube nicht, dass wir auf die Ergebnisse vorbereitet sind“, sagt er zugleich. „Das sind wir nicht.“

    Mögliche Funde von Biosignaturen auf dem Mars würden auch die Astrobiologie verändern, betont der Leiter der Abteilung für planetarische Wissenschaft der Nasa.

    Nicht zuletzt würden sich automatisch ganz neue Fragen ergeben, wie etwa:

    • „Ist dieses Leben so wie wir?
    • „Wie sind wir verwandt?“
    • „Kann sich das Leben von Planet zu Planet bewegen oder haben wir einen Funken und genau die richtige Umgebung, und dieser Funke erzeugt Leben, basierend auf der chemischen Umgebung?“

    Zugleich wird betont, dass seine Anmerkungen nicht darauf abzielen, die Menschheit zu verunsichern, sondern sie eher auf diese neuen Fragen und neuen Denkweisen vorzubereiten.

    Mehrere Missionen zum Mars in 2020

    Der Hintergrund für sein Interview ist vermutlich unter anderem auch die Tatsache, dass im nächsten Jahr gleich mehrere Missionen den Roten Planeten ins Visier nehmen werden.

    Insbesondere die Missionen „Mars 2020“ (Nasa) und „ExoMars“* (Esa) sollen direkt nach Leben suchen. Und hierbei sei beides vorstellbar – etwa, dass Lebensspuren gefunden werden, die bereits seit Epochen tot sind, oder aber auch solche, die sogar noch Lebenszeichen aufweisen.

    „Was wir als nächstes tun, hängt davon ab, was wir zuerst finden“, so Green dazu weiter.

    Eine Sensation wäre solch ein Fund allemal – schließlich wäre es die erste eindeutige Bestätigung, dass wir im Universum nicht alleine sind.

    SB/ng

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    Tags:
    NASA, Leben, Mars One, Mars 500, ExoMars, Mars