08:09 18 November 2019
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    Strahlungsleck in der Antarktis entdeckt – Forscher berichten

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    Forscher der Aix-Marseille Université in Frankreich haben festgestellt, dass die Eisschilde der Antarktis radioaktives Chlor abgeben, das infolge der Atomwaffentests in den 1950er Jahren akkumuliert worden war. Dies ist einer Pressemitteilung im Fachmagazin „Phys.org.“ zu entnehmen.

    Die Forscher haben laut „Phys.org.“ Chloremissionen an unterschiedlichen Orten der Antarktis untersucht, die sich in der Niederschlagsmenge voneinander unterscheiden. Die Fachleute haben Eisproben aus einem Brunnen in der Nähe der russischen Station „Wostok“ in der Ost-Antarktis analysiert, wo sich wenig Schnee ansammelte, und diese mit den Proben aus der Eiskappe Talos-Dom verglichen, die 1.400 Kilometer entfernt ist und durch starken Schneefall gekennzeichnet war.

    Die Wissenschaftler stellten an beiden Standorten eine Konzentration von radioaktivem Chlor-36 fest und fanden heraus, wieviel Isotope 1949 bis 2007 bei „Wostok“ und 1910 bis 1980 bei Talos-Dom vorhanden waren. Es stellte sich heraus, dass Chlor-36 immer noch in hohen Konzentrationen präsent ist, und dass seine Menge 2008 den erwarteten Wert um das Zehnfache überschritten hatte. Zugleich ist die Menge zu gering, um einen bedeutenden Einfluss auf die Umwelt auszuüben, betonen die Experten.

    Eine gewisse Menge an Chlor-36 wird auf natürliche Weise durch die Einwirkung von kosmischen Strahlen auf Argon-Gas in der Erdatmosphäre gebildet. Es bildet sich auch bei Atomexplosionen. Das Isotop erreichte die Stratosphäre und breitete sich auf dem ganzen Planeten aus. Allerdings fehlt aktuell das wegen der Tests entstandene Chlor-36 in der Atmosphäre.

    ek/sb

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    Tags:
    Stratosphäre, Erdatmosphäre, Umwelt, Einfluss, Chlor, Eis, Antarktis