13:47 20 November 2019
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    Illustration des Aussterbens der Dinosaurier von Donald E. Davis

    Killer aus dem All: Erst ein Asteroid löste das große Massensterben aus – Studie

    © Foto: NASA/Donald E. Davis/Wikimedia Commons
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    Ist endlich es amtlich? – Ein Asteroid hat vor 66 Millionen Jahren die Dinosaurier und einen Großteil des Lebens ausgelöscht und nicht enormer Vulkanismus. Mit dem Einschlag begann die Versauerung der Weltmeere und so das große Sterben. Das konnten Geologen anhand von Sedimenten nachweisen.

    Eine neue Studie untermauert die These, dass ein plötzlicher Impakt die Dinosaurier und mit ihnen einen Großteil des Lebens auf der Erde aussterben ließ. Dies lässt sich aus den Überresten winziger Kalkalgen ableiten, die der GFZ-Wissenschaftler Michael Henehan untersuchte. Seine Ergebnisse zeigen auch, dass die Ozeane Millionen Jahre brauchten, um sich von dem Einschlag zu erholen.

    Vor knapp 66 Millionen Jahren kam es auf der Erde zu einem Massensterben, bei dem ein Großteil des Lebens und die Dinosaurier unterging. Als Auslöser dafür sieht die Fachwelt zwar durchaus eine Kollision mit einem großen Asteroiden. Aber das große Sterben soll einigen Hypothesen zufolge bereits deutlich vor dem Einschlag begonnen haben, verursacht durch starken Vulkanismus.

    Eine neue Studie an fossilen Überresten von Kalkalgen legt nun nahe, dass der Asteroideneinschlag die Ursache gewesen sein muss. „Unsere Daten sprechen gegen eine graduelle Verschlechterung der Lebensbedingungen vor 66 Millionen Jahren“, sagt Michael Henehan vom Deutschen GeoForschungsZentrum gegenüber dem „Informationsdienst Wissenschaft“. Gemeinsam mit anderen Forschern der Yale University untersuchte Henehan Isotop-Vorkommen des Elements Bor in Kalkschalen von Plankton.

    Bei dieser Analyse zeigte sich, dass eine schlagartige Veränderung des Säuregehalts in den Ozeanen gab, die zeitlich mit dem Einschlag des Asteroiden übereinstimmt. Die Forscher rekonstruierten die Umweltbedingungen mithilfe von Fossilien aus Tiefseebohrkernen und Gesteinen, die sich zu der Zeit gebildet hatten. Die Rekonstruktion ergab, dass der Säuregehalt so stark anstieg, dass Organismen, die ihre Schalen aus Kalk herstellen, wegstarben. Das bedeutete eine starke Abnahme von Lebensformen in den oberen Ozeanschichten und dadurch wurde die Bindung von Kohlenstoffdioxid bei der Photosynthese in den Weltmeeren um die Hälfte verringert. Erst nach mehreren Zehntausend Jahren begannen sich die Kalkalgen wieder auszubereiten. Von dieser Ozeanversauerung erholten sich die Gewässer jedoch erst nach einigen Millionen Jahren.

    Entscheidend für die Forschung war die Exkursion zu einer Höhle in den Niederlanden, in der eine besonders dicke Gesteinsschicht aus der Zeit erhalten ist. „In dieser Höhle hat sich eine besonders dicke Tonschicht aus der unmittelbaren Zeit nach dem Aufprall angesammelt, was wirklich sehr selten ist“, bemerkt Henehan. Denn in den meisten Fällen geschieht die Sedimentbildung so langsam, dass ein so jähes Ereignis wie der Einschlag eines Asteroiden kaum daraus abgelesen werden kann. „Da dort so viel Sediment auf einmal abgelagert wurde, konnten wir genügend Fossilien für die Analyse gewinnen, und wir konnten den Übergang erfassen“, so Henehan.

    Die Ergebnisse seiner Zusammenarbeit mit Kollegen von der Yale-Universität wurden im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlicht, die die Ozeanversauerung in dieser Zeit untersucht.

    vr

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    Tags:
    Forscher, Asteroid, Dinosaurier, Aussterben, Erde