23:13 16 November 2019
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    Ein Kind mit dem Smartphone (Symbolbild)

    Kinderärzte schlagen Alarm: So katastrophal sind Smartphones wirklich

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    Milliarden Menschen nutzen täglich ihr Smartphone, viele wollen sich eine Welt ohne Mobiltelefon nicht mehr vorstellen. Doch Kinderärzte schlagen Alarm: Je früher Kinder ein Smartphone bekommen, desto größeren Schaden könnten sie nehmen. Auch geben die Mediziner eine Empfehlung, unter welchem Alter ein Handy keinesfalls genutzt werden sollte.

    Smartphones machen süchtig, das haben Hirnforscher schon lange belegt. Jedes Mal wenn man beispielsweise auf Facebook, Instagram oder Twitter einen Kommentar eintippt und jemandem der eigene Beitrag gefällt, schüttet das Belohnungssystem des Gehirns ein wenig Dopamin aus. Gleiches gilt für Handy-Spiele und Chat-Kommunikation auf WhatsApp und anderen Messenger-Diensten. Das kann gerade für Heranwachsende zu einem großen Problem werden.

    Katastrophale Folgen…

    Der Vorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hat deshalb nun eindringlich vor einer zu frühen und zu intensiven Mediennutzung durch Kinder gewarnt. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung fordert er:

    „Kein Handy vor elf Jahren! Je länger man die Smartphone-Nutzung der Kinder rausschiebt, umso besser ist es für sie.“

    Er beobachte mit Schrecken, dass die Kinder, die Smartphones oder Tablets nutzten, immer jünger werden. Ebenfalls gebe es den Trend, dass Eltern kaum mehr mit ihren Kindern spielten, sondern den Nachwuchs mit digitalen Geräten ruhigstellten. Dies habe „katastrophale Folgen für die kindliche Entwicklung, so Fischbach.

    Dauerbeschuss mit Suchtgefahr…

    Auswirkungen sind laut dem Mediziner unmittelbar zu sehen. So beobachtet Fischbach einen Zusammenhang zwischen Mediennutzung und möglichen Konzentrationsschwächen:

    „Medialen Dauerbeschuss macht das beste Hirn nicht mit. Je höher der Medienkonsum, desto schwächer die Leistungen in der Schule.“

    Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Suchtfragen gemeinsam mit der Krankenkasse DAK erfüllen in Deutschland bereits etwa 100.000 Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren die Kriterien einer Abhängigkeit von sozialen Medien. Und in einer kleineren österreichischen Studie zeigten nach einer Social-Media-Abstinenz von sieben Tagen sechs von zehn Teilnehmern leichte Entzugserscheinungen. Der meiste Zugriff auf soziale Medien erfolgt über Smartphones.

    mjo / OZ / DAK/GS

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    Alarm, Gehirn, Alter, Smartphones, Gefahr, Handy