22:35 16 November 2019
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    Verlangen nach Alkohol und Drogen: Forscher nennen verantwortlichen Teil des Gehirns

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    US-amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, welcher Teil des Gehirns für die Bildung von schlechten Gewohnheiten verantwortlich ist, einschließlich des Verlangens nach Alkohol und der Liebe zu Süßigkeiten. Dies meldet das Fachmagazin „MedicalExpress“.

    Eine Gruppe von Forschern von der University of Southern California entdeckte laut dem Blatt neuronale Verbindungen, die sich auf das impulsive Verhalten auswirken. Sie produzieren Melanin-konzentrierendes Hormon (MCH), das von Hypothalamus-Neuronen genutzt wird und mit der Bildung von Appetit und der Neigung zur Einnahme von Drogen verbunden ist.

    Der Hypothalamus ist ein Abschnitt des Zwischenhirns im Bereich der Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum) und stellt gerade den Teil des Gehirns dar, der für die Bildung von verschiedenen Neigungen des Menschen zuständig ist.

    Wissenschaftler führten eine Reihe von Experimenten mit Ratten durch und stellten fest, dass die Impulsivität nicht mit Hunger zusammenhängt. In einem der Experimente drückte das Nagetier auf den Hebel, um eine fett- und kohlenhydratreiche Speisung zu erhalten. Die nächste Portion wurde erst nach 20 Sekunden ausgegeben, aber die Ratte wollte nicht warten und drückte den Hebel, wodurch der Timer ständig zurückgesetzt wurde.

    In einem anderen Experiment konnten die Tiere zwischen zwei Knöpfen wählen und entweder nur eine Köstlichkeit erhalten, jedoch sofort und ohne Einschränkungen, oder fünf davon, allerdings mit einem zeitlichen Abstand von 30-45 Sekunden. In diesem Fall entschieden sich die Ratten für die erste Option.

    "Sie warten nicht, sondern versuchen, schneller (die Delikatesse – Anm. d. Red.) zu bekommen, wenn auch manchmal in kleineren Mengen", sagt Professor Scott Kanoski, einer der Autoren der Studie.

    Beide Studien ergaben einen erhöhten MCH-Spiegel im Gehirn von Nagetieren. Es wurde auch festgestellt, dass für das impulsive Verhalten Zellen des lateralen Hypothalamus verantwortlich sind, die mit Hilfe eines Neuropeptids Signale an Neuronen des ventralen Hippocampus übertragen, die an der Bildung von Emotionen und Gedächtnis beteiligt sind und die die Kontrolle schwächen.

    Aktuell wollen die Forscher den Zusammenhang zwischen dem System der Impulskontrolle und der Belohnung untersuchen, um neue Methoden zur Behandlung von psychischen Störungen zu entwickeln, die mit impulsiven Neigungen verbunden sind.

    ek/ng/sna

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    Tags:
    Störungen, Experiment, Hormon, Hypothalamus, University of Southern California, MedicalXpress, Forscher