15:35 14 Dezember 2019
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    Gesellschaft für deutsche Sprache kürt Wort des Jahres

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    „Respektrente” ist das Wort des Jahres 2019. Das hat die Gesellschaft für deutsche Sprache am Freitag in Wiesbaden mitgeteilt.

    Jedes Jahr suchen Sprachwissenschaftler Wörter, die in den zurückliegenden Monaten das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben besonders geprägt haben. Nun ist die Liste für 2019 da. 

    „Respektrente“ ist das Wort des Jahres 2019. Diese Entscheidung gab die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden bekannt. Das Wort bezieht sich auf die geplante Einführung einer Grundrente für Männer und Frauen, die trotz langjähriger Erwerbstätigkeit bisher nur eine sehr geringe Rente beziehen. Der Begriff wird insbesondere mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Verbindung gebracht.

    Auf dem zweiten Platz landete „Rollerchaos“. E-Roller hätten sich in vielen deutschen Städten zu einem Problem entwickelt, da sie häufig rücksichtslos genutzt und unkontrolliert abgestellt würden, teilte die GfdS mit. Mit „Fridays for Future“ kam ein Anglizismus auf den dritten Platz, der „wie kein anderer Ausdruck“ für eine junge Generation stehe, die bereit sei, für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen.

    Das Wort des Jahres wird seit 1977 regelmäßig gekürt. Gesucht werden laut GfdS Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Dabei sei nicht Häufigkeit entscheidend, sondern Signifikanz und Popularität.

    Der neu gebildete Begriff „Schaulästige“ schaffte es 2019 auf Rang 4 - für die Jury eine originelle Zusammenziehung von schaulustig und lästig. Der „Donut-Effekt“ (Platz 5) sei in diesem Jahr häufiger zu lesen gewesen und beschreibe die Verödung der Innenstädte. Wie bei einem Donut-Gebäck entstehe in der Mitte ein Loch.

    Der kein Ende nehmende Austritt Großbritanniens aus der EU machte die Menschen nach Einschätzung der GfdS-Jury „brexitmüde“. Das einzige Adjektiv der 2019er Liste steht auf Platz 6: Die Bereitschaft, nicht alles ungeprüft hinzunehmen, bringe das Verb „gegengoogeln“ (Platz 7) zum Ausdruck. Platz 8 belegte „Bienensterben“.

    Mit der „Oligarchennichte“ (Platz 9) griffen die Sprachexperten ein Thema auf, das vor allem Österreicher bewegte. Die angebliche Nichte eines russischen Oligarchen ist eine Hauptfigur der „Ibiza-Affäre“, über die der rechtspopulistische österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache stolperte, so dass die Regierungskoalition zerbrach.

    Platz 10 belegte der Ausdruck „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“. Er versuche, den Titel „Zweites Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht“ zu popularisieren, teilte die GfdS mit.

    Oxford Dictionary kürt das Wort des Jahres

    Am Mittwoch hatte das englische Wörterbuch Oxford Dictionary das Wort des Jahres 2019 gekürt. Der „Sieger“ – „climate emergency (dt. „Klimanotstand“) –  wurde auf der offiziellen Webseite des Wörterbuchs veröffentlicht.

    Andere möglichen Kandidaten, die um den Namen „Wort des Jahres“ rangen, waren laut „The New York Times“ eco-anxiety („Angst um die Umwelt“), climate action („Kampf gegen den Klimawandel“), climate denial („Leugnung des Klimawandels“), extinction („Aussterben“) und auch flight shame („Flugscham“).

    Das Oxford Dictionary war nicht das einzige Wörterbuch, das das Wort des Jahres gewählt hatte. Nach der Meinung des Collins Wörterbuches der englischen Sprache wurde „Klimastreik“ zum Wort des Jahres. Demnach wurden mit diesem Wort erstmals die Protestaktionen im Jahr 2015 bezeichnet, die mit der Pariser UN-Klimakonferenz in Paris zusammenfielen.

    sm/dpa

     

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    Wort des Jahres, Gesellschaft für deutsche Sprache