06:48 11 Dezember 2019
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    Schadet 5G der Gesundheit? Forschungsprojekt will Frage beantworten

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    Der Mobilfunkstandard 5G verspricht nicht nur schnelleres Internet für Industrie, Städte und Privatnutzer. Er könnte auch krebserregend sein. Diese Wirkung ist weder bewiesen, noch ausgeschlossen. Eine Forschungsgruppe aus Bremen möchte die Frage nun in Experimenten klären.

    Industrie 4.0, „Smart Cities“, das Internet der Dinge (IoT), autonomes Fahren und schlicht und ergreifend schnelleres Internet für alle: Die Liste der Versprechen des neuen Mobilfunkstandards 5G ist lang und der Ausbau gilt als beschlossene Sache. Doch mit der zunehmenden Informationsübertragung kommt auch ein Anstieg der Strahlung – der jeder Bürger, ob er will oder nicht, ausgesetzt sein wird. In der Frage, ob die Strahlung für den Menschen gefährlich werden kann, scheiden sich die Geister.

    Während auf der einen Seite bereits die heutige Handystrahlung unter Verdacht steht, Krebs zu verursachen, ist für die andere Seite auch die Wirkung der künftigen Strahlung aus 5G-Netzen rein oberflächlich und unschädlich. Tatsache ist auch: Es fehlt an aussagekräftigen Experimenten und verlässlichen Daten. Solche Daten will nun die Jacobs University Bremen im Rahmen eines Forschungsprojekts erheben.

    In einem Punkt sind sich die meisten Vertreter beider Lager einig: Die Strahlung betrifft nur die Oberfläche, also Haut und Augen, und dringt nicht zu den Organen durch. Diese Einschätzung vertritt auch das Bundesinstitut für Strahlenschutz (BfS) zum Thema 5G:

    „Die Absorption der hochfrequenten elektromagnetischen Felder findet im Milli- oder Zentimeterwellenbereich sehr nahe an der Körperoberfläche statt. Mögliche Auswirkungen betreffen also Haut und Augen, direkte Wirkungen auf innere Organe sind nicht zu erwarten“, heißt es dort.

    In einigen Jahren sollen im Zug des 5G-Ausbaus neue Frequenzbänder in Betrieb gehen, die im Bereich zwischen 26 und 28 Gigahertz und über 40 Gigahertz operieren. Die Bremer Forscher wollen nun die Auswirkungen genau dieser Frequenzen auf die menschliche Haut untersuchen. Die Fragestellung: Verändern diese Strahlen das menschliche Erbgut in den obersten Hautschichten? Wenn sie das tun, dann müsste 5G-Strahlung als krebserregend eingestuft werden. Wenn sie das nicht tun, dann wird ihre Einstufung als „potentiell krebserregend“ durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hinfällig.

    Angeleitet wird die Forschungsgruppe vom Professor für Biologie und Ethik Alexander Lerchl. Das Knowhow zur Auswertung der vielen tausend Gene bringt Systembiologe Marc-Thorsten Hütt mit und die Anlagen, in denen die Zellen der Strahlung ausgesetzt werden sollen, entwirft und stellt die Seibersdorf Labor GmbH aus Österreich her. Das Projekt hat eine Laufzeit von knapp drei Jahren.

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    Tags:
    Mobilfunk, Industrie 4.0, WHO, 5G