13:38 16 Dezember 2019
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    Forscher wissen jetzt, wie Strom für drei Mrd. Dollar jährlich gespart werden kann

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    Forscher der russischen Nationalen Nuklearforschungsuniversität (MEPhi) haben gemeinsam mit Kollegen aus Kasachstan und den USA einen Weg gefunden, den Energieverlust bei Fernstromleitungen zu verringern, und zwar durch die Beschichtung der Stromkabel mit Nanokompositen mit Kohlenstoff-Nanoteilchen.

    Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts wurden im Fachmagazin „Journal of Physics D: Applied Physics“ erläutert.

    Die Experten führen die Energieverluste an modernen Stromleitungen vor allem auf die Sprühentladung (Koronaentladung) zurück – die selbstständige Entladung von Elektroden mit einer wesentlichen Flächenkrümmung in der Luft in inhomogenen Feldern (vor allem bei feuchtem Wetter). Diese Verluste belaufen sich auf  eine Riesensumme von bis zu drei Milliarden Dollar im Jahr. Dieses Problem ist schon seit der Erfindung der Fernstromleitung bekannt, konnte jedoch bisher nicht vollständig gelöst werden.

    „Es ist uns gelungen, die Verluste bei Sprühentladungen um 20 bis 40 Prozent zu reduzieren, und zwar durch die Beschichtung der Aluminiumkabel mit einem hydrophilen Nanokompositstoff, der Kohlenstoff-Nanoteilchen enthält“, sagte der MEPhI-Professor Sinetula Inssepow in einem Interview für RIA Novosti. „Dabei griffen wir auf die Methode der Mikroflammen-Oxydation zurück, die ziemlich einfach und dabei hochtechnologisch ist.“

    Die Forscher erwarten von ihrer Erfindung einen enormen wirtschaftlichen Effekt, denn dadurch können heutige Stromleitungen noch weitere 20 bis 40 Jahre in Betrieb bleiben, ohne dass die Kabel ersetzt werden müssen. Da die Technologie zur Kabelbeschichtung relativ einfach ist, kann sie auf vielen Gebieten der Elektrotechnik verwendet werden, wo die Strom-Koronaverluste verringert werden müssen.

    Die MEPhI-Experten wollen künftig den Umfang ihrer Forschungen erweitern und ihre Erfindung sowohl an bereits funktionierenden Stromleitungen als auch in Betrieben einsetzen, wo Stromkabel hergestellt werden.

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    Nationale Universität für Nuklearforschung (MEPhi)