09:07 25 Oktober 2020
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    Die regelmäßige Anwendung von permanenten Haarfärbemitteln sowie chemischen Haarglättungsmitteln erhöht laut US-amerikanischen Forschern vom National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS) das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Die Ergebnisse ihrer Studie wurden in der Zeitschrift „International Journal of Cancer“ veröffentlicht.

    Demnach haben die Forscher die Befunde von 46.709 Frauen analysiert, die zwischen 2003 und 2009 an einer Untersuchung teilnahmen, bei der ermittelt werden sollte, inwiefern die Umwelt und die Gene die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, an Brustkrebs zu erkranken.

    Bei all diesen Frauen habe eine der nächsten Verwandten – die Schwester oder die Mutter – an dieser Krankheit gelitten; sie selbst seien jedoch zum Zeitpunkt der Untersuchung gesund gewesen, hieß es.

    Höheres Risiko bei regelmäßiger Verwendung

    Forscher stellten fest, dass Frauen, die regelmäßig permanente Haarfärbemittel verwendeten, ein um neun Prozent höheres Krebsrisiko hatten als Frauen, die kein Färbemittel benutzten. Dabei handle es sich gerade um permanente Färbemittel, die Kanzerogene sowie Substanzen enthalten, die das endokrine System zerstören. Für Mittel zur vorübergehenden Veränderung der Haarfarbe wurden keine Risiken identifiziert.

    „Auch früher haben Wissenschaftler einen möglichen Zusammenhang zwischen Haarfärbemitteln und Krebs ermittelt, aber die Ergebnisse waren zweideutig“, sagte Studienleiterin Alexandra J. White. „In unserer Studie sehen wir deutlich ein mit der Verwendung vom Haarfärbemitteln verbundenes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, insbesondere für diejenigen, die es oft benutzen“, so die Forscherin weiter.

    Auch chemische Haarglättungsmittel gefährlich

    Eine weitere Erkenntnis sei der Zusammenhang zwischen Brustkrebs und chemischen Haarglättungsmitteln gewesen. Die Forscher fanden heraus, dass diejenigen, die solche Mittel alle fünf bis acht Wochen benutzten, ein um 30 Prozent höheres Krebsrisiko hatten als diejenigen, die sie noch nie verwendet hatten.

    In beiden Fällen – mit der Farbe und den Glättungsmitteln – sei das Risiko umso größer gewesen, je häufiger Frauen diese verwendeten.

    Allerdings stellen die Forscher fest, dass ihre Ergebnisse vorläufig seien und den Einfluss anderer Faktoren nicht berücksichtigen würden.

    „Menschen sind vielen Faktoren ausgesetzt, die möglicherweise zur Entstehung von Brustkrebs beitragen können, und es ist unwahrscheinlich, dass sich anhand eines einzelnen das Risiko vollständig erklären lässt. Das einzige, was wir definitiv sagen können, ist, dass man diese Chemikalien meiden sollte, um das Risiko für Brustkrebs zu verringern“, so Dale P. Sandler, ein weiterer Studienautor.

    pd/sb/

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    Tags:
    Brustkrebs, USA, Forscher, Risiko, Krebs, Haare