16:44 10 Dezember 2019
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    Lasertechnik in einem russischen Krankenhaus (Symbolbild)

    Laser und Sauerstoff: Russische Forscher entdecken neue Methode gegen gynäkologische Krankheiten

    © Sputnik / Ewgenij Biatow
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    Wissenschaftler der Nationalen Universität für Nuklearforschung MEPhI haben zusammen mit Medizinern eine Methode gefunden, die bei der Behandlung von Leukoplakie mithilfe einer kombinierten Strahlung und Fluoreszenz helfen kann. Die Ergebnisse der Studie sind in der Zeitschrift „Photodiagnosis and Photodynamic Therapy" veröffentlicht.

    Die Forscher nutzten Methoden der Fluoreszenz-Diagnostik und photodynamischen Therapie. Ein Gazetampon saugt sich in einer Lösung mit lichtempfindlichen Stoffen (Photosensibilisator) voll und wird für zwei bzw. drei Stunden auf einen Tumor gelegt.

    Pathologische Zellen können solche Stoffe in deutlich größeren Mengen anhäufen als im Vergleich zu gesunden Zellen. Wenn dann ein großer Teil des Photosensibilisators die normalen Zellen verlässt, doch in den kranken Zellen bleibt, wird der betroffene Abschnitt dem Einfluss einer kombinierten Strahlung ausgesetzt, die aus kurzen starken Lichtimpulsen und dem milden roten Licht einer Lichtdiode besteht.

    Der Photosensibilisator nimmt die Strahlung auf und aktiviert den Molekül-Sauerstoff, der im Gewebe des Körpers im aufgelösten Zustand enthalten ist. Der Sauerstoff wechselt von einem Triplett-Zustand in einen Singulett-Zustand, in dem er über sehr starke Oxidationseigenschaften verfügt, danach Zellen des pathologischen Gewebes zerstört und günstige Bedingungen für die Aktivierung der Immunität schafft. Der Leuchteffekt, der bei der Erregung des Photosensibilisators entsteht, wird mit spektroskopischen Methoden registriert und lässt die Grenzen des betroffenen Gewebes genau bestimmen.

    „Die photodynamische Therapie ist eine organerhaltende Behandlungsmethode dieser Krankheit und hat bereits ihre Effizienz bewiesen, was durch positive Ergebnisse bei mehr als 700 Patientinnen bestätigt wurde“, sagte der stellvertretende Leiter des Lehrstuhls für Mikro-, Nano- und Bio-Lasertechnologien der MEPhI, Viktor Loschtschenow.

    Ihm zufolge weisen die Ergebnisse der angewandten Herangehensweisen auf ein großes Potenzial der Nutzung solcher vielversprechenden Technologien bei der Vorbeugung von bösartigen Neubildungen und bei der Behandlung von Leukoplakie hin.

    Zurzeit vervollkommnen die Wissenschaftler die Methode zur Entwicklung einer optimalen Technologie zur Einschätzung der Effizienz des Laser-Einflusses unmittelbar während der Prozedur gleichzeitig zu allen bestrahlten Abschnitten. Das werde dabei helfen, den Ablauf der Behandlung rechtzeitig zu ändern und eine unzureichende Bestrahlung bzw. Überbestrahlung zu vermeiden, die entweder zu Rezidiven oder Nekrosen führen könne. Das sei besonders wichtig bei der Nutzung der photodynamischen Therapie bei gefährlichen Krankheiten wie Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses.

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    Tags:
    Medizin, Tumor, Krebs, Nationale Universität für Nuklearforschung (MEPhi)