18:20 10 Dezember 2019
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    Depression bei Frauen (Symbolbild)

    Depression bei Frauen von Vitamin D-Mangel abhängig? Forscher widerlegen die Behauptung

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    Forscher haben festgestellt, dass der Mangel an Vitamin D nur einer der Faktoren für die Entwicklung der Depression bei Frauen und nicht der Hauptgrund ist, wie man früher meinte. Ihre Studienergebnisse sind im Fachmagazin „Current Neuropharmacology“ veröffentlicht worden.

    Vitamin D stellt laut dem Fachmagazin eine ganze Gruppe wichtiger Verbindungen im menschlichen Organismus dar, unter welchen D3 (Cholecalciferol) zu nennen ist, das im Fleisch und fettem Fisch enthalten ist, sowie D2 (Ergocalciferol), das in Gemüse, Kräutern und Obst enthalten ist. Seine Hauptrolle im Organismus besteht in der Aufnahme von Kalzium und Phosphor im Darm. Es ist auch für den entzündungsmildernden und tumorhemmenden Schutz des Organismus wichtig und erfüllt eine Vielfalt anderer Funktionen. Der Mangel an Vitamin D führt nicht nur zu Problemen mit den Knochen (zu der allen bekannten Rachitis), sondern auch zu psychischen und psycho-neurologischen Störungen. 

    Russische Forscher von der nationalen Forschungsuniversität für Informationstechnologien, Mechanik und Optik (ITMO) in Sankt Petersburg analysierten gemeinsam mit ihren Kollegen aus Italien und Großbritannien über 150 klinische Untersuchungen der Depression bei Frauen und deren Zusammenhang mit einem Mangel an Vitamin D.

    Depression und ihre Ursachen

    Die Depression ist in der heutigen Welt eine sehr verbreitete affektive Störung geworden. Daran leiden etwa 840 Millionen Menschen, wobei Frauen der Erkrankung zweimal häufiger als Männer ausgesetzt sind. Dies wird durch die Instabilität des Hormonspiegels erklärt, die in bestimmten Lebensabschnitten einer Frau entsteht wie: Pubertät, Schwangerschaft, Wochenbettzeit und Wechseljahre.

    Altersbedingte Veränderungen und das Absterben der Eierstockfunktion sind für eine Frau besonders schwierig. Insgesamt führen solche Zustände zu einem völligen Ungleichgewicht des Nervensystems - weshalb bei Frauen in den Wechseljahren häufig offensichtliche psychiatrische Symptome und affektive Störungen eines depressiven Typs registriert werden.

    Mehrere Fakten sprechen zugunsten der Tatsache, dass Depressionen mit Vitamin-D-Mangel einhergehen. Erstens ist bei Menschen mit Depressionen der Vitamin-D-Spiegel gewöhnlich niedriger als normal. Darüber hinaus befinden sich seine Rezeptoren in Teilen des Gehirns, die für das Verhalten und Emotionen verantwortlich sind. Vitamin D reguliert die Produktion des „Glückshormons“ Serotonin und ist an der Funktion des Immunsystems beteiligt, das das Stressniveau beeinflussen kann und an den Mechanismen der Neuroinflammation beteiligt ist, die zum Tod von Nervenzellen führen.

    Zahlreiche Studien, bei denen Wissenschaftler versuchten, depressive Zustände durch eine Erhöhung der Vitamin-D-Dosis zu beeinflussen, ergaben jedoch kein eindeutiges Resultat, da Patienten mit verschiedenen zusätzlichen Diagnosen an ihnen teilnahmen.

    Rolle von Vitamin D

    Es gibt Hinweise darauf, dass Probleme im Zusammenhang mit der Darmflora, wie Dysbiose oder Reizdarmsyndrom, ebenfalls die Entwicklung der Depression beeinflussen können. In diesem Fall hat die Einnahme von Vitamin D3 eine komplexe Wirkung und normalisiert die Prozesse im Darm und im Nervensystem.

    „So wurden in der modernen Literatur mehrere klinische Beweise gefunden, die auf eine enge Beziehung zwischen Vitamin D und Depression bei Frauen hinweisen“, werden in einer Pressemitteilung der Russischen wissenschaftlichen Stiftung die Worte einer Mitautorin des Artikels, Julia Fedotowa, zitiert.

    „Sein Mangel kann das Auftreten von Stimmungsstörungen beeinflussen, bleibt jedoch nur einer der zusätzlichen Faktoren, die die Situation verschärfen, und nicht die Grundursache. Viele Aspekte, wie Vitamin D die Depressionsentwicklung beeinflusst, sind jedoch noch unklar. Weitere Forschungen sind erforderlich, um die möglichen positiven Wirkungen von Vitamin D bei der Behandlung von affektiven Störungen bei Frauen zu untersuchen.“

    Die Autoren hoffen, dass ihre Ergebnisse dazu beitragen würden, neue Therapien für die Behandlung von Depressionen zu entwickeln.

    ek/mt/sna

     

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    Tags:
    Hormone, Schwangerschaft, Behandlung, Depression, Mangel, Vitamin D