06:53 22 Januar 2020
SNA Radio
    Wissen
    Zum Kurzlink
    0 304
    Abonnieren

    Ein internationales Forscherteam hat auf Neuseeland das 60 Millionen Jahre alte Fossil eines Pinguins entdeckt, dessen Entwicklung unmittelbar nach dem Ende der Dinosaurier begonnen haben soll. Die Paläontologen haben ihre Entdeckung in der Fachzeitschrift „Palaeontologia Electronica“ beschrieben.

    Nachdem alle Nichtvogeldinosaurier vor 66 Millionen Jahren ausgestorben waren, entwickelten sich ihre fernen Verwandten - pinguinähnliche Vögel - weiterhin aktiv. In den Gewässern der gesamten südlichen Hemisphäre, zwischen den Polarregionen und den Subtropen lebten Riesenpinguine mit einem Gewicht von bis zu 120 Kilogramm. Kleinere Repräsentanten, die den modernen Pinguinen der Antarktis ähneln, hätten eher eine Abzweigung der Evolution dargestellt. Über die Zeit, in der sie auf unserem Planeten erschienen, war sehr wenig bekannt.

    Ungewöhnlich klein

    Paläontologen um Jacob Blokland von der Flinders University in Adelaide (Australien) auf Neuseelands Chathaminseln entdeckten nun sterbliche Überreste eines Pinguins, die zwischen 62,5 und 60 Millionen Jahre alt sind und zu einer bisher unbekannten Pinguinart gehören. Das Spannende daran sei, so die Forscher, dass der Kupoupou stilwelli getaufte Urpinguin eine für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Körpergröße hatte.

    „Er war nicht größer als moderne Königspinguine, die rund einen Meter hoch werden“, so Blokland.

    Doch das ist nicht die einzige Besonderheit: Hinzu kommt, dass der Pinguin kürzere Beine hatte als von anderen frühen Pinguinfossilien bekannt. Demnach könnte dieser Vogel seine Gliedmaßen schon verstärkt zum Watscheln an Land genutzt haben anstatt nur zum Schwimmen, wie die Paläontologen erklären.

    In der Sprache der einheimischen Moriori, die auf den Chathaminseln leben, bedeutet „Kupoupou“ etwa „Tauchvogel“.

    Moderne Proportionen

    „Insgesamt ist Kupoupou stilwelli der erste, der moderne Proportionen hat – sowohl in Bezug auf seine Körpergröße als auch hinsichtlich seiner Hinterbeine und Fußknochen“, konstatiert Blokland. Das Fossil könnte damit eine Art „Missing Link“ zwischen urzeitlichen Riesenpinguinen wie dem kürzlich gefundenen Crossvallia waiparensis und ihren kleineren, teils noch heute lebenden Verwandten darstellen.

    Nach Ansicht des Forscherteams untermauert der neue Fund zudem, wie rasch sich die Pinguine nach dem Ende der Dinosaurier weiterentwickelt haben müssen. „Wir glauben, dass sich die Vorfahren der Pinguine während der späten Kreidezeit von der Abstammungslinie ihrer engsten heute lebenden Verwandten wie den Albatrossen und den Sturmvögeln abspalteten. Als dann die Dinosaurier ausgelöscht wurden, entstanden auf einen Schlag viele unterschiedliche neue Arten“, erklärt Mitautor Paul Scofield von der University of Canterbury.

    Neuseeland als Wiege der Pinguine?

    Darüber hinaus ist auch der Fundort Neuseeland interessant: Dass Kupoupou stilwelli dort gefunden wurde, erhärtet den Verdacht, dass die Wiege der Pinguine im Osten dieses Inselstaats im Südpazifik stand. Denn die ältesten bekannten Pinguinfossilien stammen fast alle aus dieser Region, wie die Forscher betonen.

    pd/mt/sna/

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    US-Jäger nahe Iran kurz vor Abschuss ukrainischer Boeing gesichtet – Moskau
    Infos zu C-Waffen-Einsatz in Syrien gefälscht? Russland präsentiert der Uno Beweise
    Handelsabkommen zwischen USA und China trifft Deutschland hart – Studie
    Tags:
    Australien, Paläontologen, Pinguine, Überreste, Fossilien, Neuseeland