19:48 18 Januar 2020
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    Die Bewohner der Osterinsel haben die Steinstatuen aufgestellt, weil sie geglaubt haben, diese "Moai" können die Fruchtbarkeit des Bodens schützen. Zum solchen Ergebnis kamen Jo Anne Van Tilburg und ihr Team aus Archäologen und Bodenkundlern aus den USA, Neuseeland und Chile. Die Pressemitteilung dazu wurde auf der Webseite Phys.org veröffentlicht.

    Das Team hatte sorgfältig zwei Moai-Statuen untersucht, die im Steinbruch Rano Raraku auf der östlichen Seite der Insel ausgegraben wurden, schrieb Phys.org am 13. Dezember. Laut Van Tilburg haben die Forscher „wissenschaftliche Beweise“ dafür gefunden, dass die Statuen aufgestellt wurden, um die Erde der Insel fruchtbarer zu machen.

    Bei der chemischen Analyse des Bodens in Rano Raraku haben Forscher eine hohe Konzentration an wichtigen für eine gute Ernte Elementen wie Phosphor und Kalzium gefunden. Diese Erkenntnis brachte die Wissenschaftler auf den Gedanken, dass am Fuße des Vulkans die Bewohner nicht nur Stein abbauten, sondern auch Kulturen anpflanzten. Und tatsächlich, bei genauer Analyse des Bodens wurden Spuren von Süßkartoffel, Bananen und weiteren Kulturpflanzen entdeckt.

    Laut der Expertin für Bodenkunde, Sarah Sherwood, hat der Steinbruch in Kombination mit einer Süßwasserquelle dazu beigetragen, dass der Mineralgehalt und damit die Fruchtbarkeit des Bodens im Gebiet stieg.

    Außerdem fanden die Forscher heraus, dass nicht alle Statuen hergestellt wurden, um sie an einem anderen Ort aufzustellen – ursprünglich könnten viele der Moai im Steinbruch gestanden haben. Die Forscher kamen zu dieser Schlussfolgerung, als sie mehrere bisher unentdeckte Statuen im Steinbruch ausgruben. Dabei stand eine Statue auf einen Sockel und die andere wurde zur Hälfte im Boden vergraben. Laut Van Tilburg sollten vermutlich auch andere Moai in Rano Raraku stehen, um neben dem Steinbruch die Bodenfruchtbarkeit zu sichern.

    „Unsere Ausgrabung erweitert unsere Sichtweise auf den Moai und spornt uns an, zu erkennen, dass nichts, egal wie offensichtlich, jemals genau so ist, wie es scheint“, schlussfolgerte Van Tilburg.

    Die Osterinsel ist eines der rätselhaftesten Orte der Welt. Sie wurde von einer eigenartigen Zivilisation aus Polynesiern, die sich Rapa Nui nannte, bewohnt. Nach einigen Angaben besiedelten Menschen die Insel schon im Jahr 400 nach Christus. Die Osterinsel ist hauptsächlich durch ihre Steinstatuen, die Moai, bekannt.

    dg/ae

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    Tags:
    Statue, Geheimnis, Insel