17:58 30 September 2020
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    Internetnutzer in aller Welt durften abstimmen, wie Exoplaneten künftig heißen sollen. Die Namen fallen landestypisch aus. Nur Deutschland tanzt aus der Reihe.

    Ein extrasolarer Planet, kurz Exoplanet, ist ein Planet außerhalb des gravitativen Einflusses unserer Sonne. Extrasolare Planeten gehören also nicht unserem Sonnensystem an, sondern bewegen sich in einem anderen Planetensystem und umkreisen einen anderen Stern. Eigentlich haben sie sperrige Namen wie HD 32518b oder HAT-P-14b.

    Nun aber haben 112 Planeten einen griffigeren Namen bekommen. Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens hatte die Internationale Astronomische Union (IAU) einen Namenswettbewerb ins Leben gerufen.

    112 Nationen durften dabei jeweils einen der gut 4000 bekannten Exoplaneten sowie dessen Mutterstern benennen. Abgestimmt wurde online aus Vorschlägen aus der Bevölkerung. Diese mussten bestimmten Regeln folgen.

    Deutschland wählte „Neri“ und „Mago“

    Weltweit nahmen mehr als 400.000 Menschen teil, so die IAU. Die Gewinnernamen sind von nun an die offizielle Bezeichnung der Planeten, ersetzen jedoch nicht die Bezeichnungen in wissenschaftlichen Katalogen und Fachveröffentlichungen.

    Deutschland hat einen Gasplaneten im 400 Lichtjahre entfernten System „HD 32518“ im Sternbild Giraffe benannt. Der Planet heißt künftig „Neri“, der Stern „Mago“ – nach dem äthiopischen Mago-Nationalpark, der unter anderem dem Schutz von Giraffen dient, sowie dem Fluss Neri, der durch den Nationalpark fließt. Die Namen stammen von einem Physikkurs des Max-Born-Gymnasiums in Neckargemünd bei Heidelberg. Sie setzten sich klar gegen die vier anderen Vorschlagspaare „Schneeweißchen/Rosenrot“, „Reticulata/Peralta“, „Pioneer/Voyager“ und „Gulliver/Brobgingnag“ durch.

    HAT-P-3 heißt nun „Dombay“

    Die russischen Wähler durften den etwa 500 Lichtjahre entfernten K-Hauptreihenstern HAT-P-3 benennen. Die Wahl fiel auf „Dombay“ einen Wintersportort im russischen Nordkaukasus. Der Ort ist umschlossen von Bergwäldern die reich an wildlebenden Tieren sind, auch Bären. Der Stern liegt im Sternbild des Großen Bären. Der Planet heißt „Teberda“, wie das Teberda-Naturreservat in der Dombay-Region und der dazugehörige Teberda-Bergfluß, der sich durch eine schnelle Strömung auszeichnet. Das soll die schnelle Umlaufbahn des Planeten um seinen Stern symbolisieren.

    „Franz“ und Sissi“ im Sternbild Herkules

    Auch in vielen anderen Nationen machten eher landestypische Namen das Rennen: In der Schweiz beispielsweise entschieden sich gut 7000 Umfrageteilnehmer dafür, den Planeten des Systems HD 130322 künftig „Eiger“ zu nennen, sein Mutterstern heißt von jetzt an „Mönch“, beides Berge in den Berner Alpen. Und dank einer Mehrheit unter 242 Österreichern heißen der Stern HAT-P-14 und sein Planet künftig „Franz“ und „Sissi“, wie das bekannte Kaiser-Paar. Der um 820 Lichtjahre entfernte Stern HAT-P-14 kreist im Sternbild Herkules.

    In den Niederlanden fiel die Wahl für das System HAT-P-6 auf Gemälde von Rembrandt und van Gogh, „Nachtwacht“ und „Sterrennacht“. Australien wählte die Wörter „Bubup“ und „YanYan“ für den Exoplaneten HD 38283b und dessen Sonne – sie stammen aus der Sprache der Bunurong-Aboriginies und heißen dort Kind beziehungsweise Junge. In anderen Nationen, beispielsweise in Bolivien, China, Dänemark und Japan, entschieden sich die Umfrageteilnehmer mehrheitlich für mythologische Namen.

    So auch in Irland: Hier stimmte eine Mehrheit für „Turien“ und „Bran“, zwei Figuren aus einem irischen Märchen. Eine komplette Liste mit den Gewinnern stellt die IAU auf ihrer Homepage bereit.

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    Exoplaneten