07:36 24 Januar 2020
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    Das Gericht der chinesischen Stadt Shenzhen hat den Forscher He Jiankui zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von drei Millionen Yuan (umgerechnet etwa 380.000 Euro) verurteilt. Der Wissenschaftler war für die ersten angeblich genmanipulierten Babys der Welt verantwortlich, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Montag.

    Zwei andere Mithelfer des Forschers wurden ebenfalls verurteilt: Zhang Renli bekam eine zweijährige Haftstrafe und muss eine Million Yuan (umgerechnet rund 127.800 Euro) bezahlen, während Qin Jinzhou eine 18-monatige Haftstrafe mit zwei Jahren auf Bewährung ausfasste und eine Geldstrafe von 500.000 Yuan (umgerechnet rund 63.900 Euro) zahlen muss.

    Der Wissenschaftler He Jiankui hatte im November 2018 die Geburt der Zwillingsmädchen „Lulu“ und „Nana“ auf YouTube bekanntgegeben. Die DNA der Embryonen der Mädchen hatte He Jiankui nach eigenen Angaben künstlich verändert. Der Forscher gab damals außerdem an, dass eine weitere Frau mit einem genetisch veränderten Kind schwanger sei. Laut der Nachrichtenagentur wurde auch dieses Kind zur Welt gebracht.

    Zweifel an Wirksamkeit der Genmanipulation

    Ziel des vorgenommenen Eingriffs sei es gewesen, die Kinder durch die Genschere Crispr/Cas9 HIV-resistent zu machen. Sein Vorgehen rief in der Fachwelt und der Öffentlichkeit große Empörung hervor. Experten, die die Dokumente chinesischen Forscher studiert hatten, schrieben in einem Artikel für das Magazin „MIT Technology Review“, dass durch den Eingriff zahlreiche ethische und wissenschaftliche Normen verletzt wären. Die Manipulationen, die die Babys vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus schützen sollten, hätten außerdem vermutlich nicht den beabsichtigten Erfolg gehabt.

    dg/ae

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    Tags:
    Manipulationen, China, Babys, Genetischer Code