20:52 28 Februar 2020
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    Die Weltmeere waren einer aktuellen Analyse zufolge im vergangenen Jahr so warm wie nie zuvor seit Beginn der globalen Erfassung. Ein Team von 14 Wissenschaftlern aus elf Instituten verschiedener Länder konstatiert eine beschleunigte Erwärmung der Ozeane durch den Klimawandel.

    Laut der im Fachmagazin „Advances in Atmospheric Sciences“ veröffentlichten Studie waren in den vergangenen zehn Jahren die höchsten Temperaturen der Meere seit den 1950er Jahren registriert worden, wobei die jüngsten fünf Jahre die jeweils wärmsten gewesen seien.

    Die Autoren rufen zu dringendem Handeln auf, um den Klimawandel zu stoppen. Die Folgen seien katastrophal, heißt es. Steigende Meerestemperaturen führten zu Wetterextremen wie Wirbelstürmen und heftigen Niederschlägen. Auch seien sie einer der Hauptgründe dafür, dass es zu verheerenden Waldbränden wie gerade in Australien sowie in Kalifornien und im Amazonas-Gebiet komme. In den Meeren drohten Sauerstoffarmut, Schäden für Fische und andere Lebewesen. Zudem lasse die thermische Ausdehnung den Meeresspiegel ansteigen.

    Die Meerestemperatur bis in zwei Kilometer Tiefe habe im vergangenen Jahr um etwa 0,075 Grad über dem Durchschnitt von 1981 bis 2010 gelegen, heißt es in dem Papier, das führend von Cheng Lijing vom Institut für atmosphärische Physik (IAP) an Chinas Akademie der Wissenschaften (CAS) geschrieben wurde. Die enorme Menge an Energie in Form von Wärme, die der Mensch über den Klimawandel in den vergangenen 25 Jahren in die Ozeane gesteckt habe, entspreche 3,6 Milliarden Atombombenexplosionen vom Ausmaß wie im japanischen Hiroshima.

    John Abraham, Ko-Autor und Professor an der University of St. Thomas in den USA, sagte dazu: „Wer die globale Erwärmung verstehen will, muss die Meereserwärmung messen.“ So seien seit 1970 mehr als 90 Prozent der Erderwärmung in die Ozeane geflossen, während nur vier Prozent die Landfläche und die Atmosphäre erhitzt hätten.

    „Die globale Erwärmung ist real, und es wird schlimmer“, sagte Abraham. „Und das ist erst die Spitze des Eisbergs von dem, was noch kommt.“ Laut dem Wissenschaftler könnte man etwas dagegen tun. „Wir können unsere Energie klüger nutzen, und wir können unsere Energiequellen diversifizieren“, so Abraham. Die Meere werden nach Angaben der Forscher allerdings lange brauchen, um auf Veränderungen zu reagieren.

    „Es ist wichtig, festzustellen, dass die Meereserwärmung voranschreitet, selbst wenn die weltweite Lufttemperatur an der Oberfläche bei oder unter zwei Grad stabilisiert werden kann“, heißt es in dem Beitrag mit Blick auf die im Pariser Klimaabkommen formulierten Ziele. Die Ozeane reagierten wesentlich langsamer. „Aber das Tempo und das Ausmaß der Meereserwärmung und die damit verbundenen Risiken nehmen mit weniger Treibhausgasemissionen zumindest ab“, wird unterstrichen.

    ls/dpa/mt

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