15:29 10 Juli 2020
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    Ein Forscher-Team um den US-Astronomen Philipp Heck von der University of Chicago (US-Bundesstaat Illinois) will das bislang älteste Material auf der Erde identifiziert haben, das aus der Zeit vor der Bildung unserer Sonne stammen soll. Die Ergebnisse der Recherche wurden im Fachblatt „PNAS“ veröffentlicht.

    Die Wissenschaftler untersuchten laut dem Fields-Museum in Chicago den 1969 in Australien eingeschlagenen Murchison-Meteoriten und entdeckten darin sogenannte präsolare Körnchen. Es handelt sich um winzige Sternenstaub-Partikel, die bis sieben Milliarden Jahre alt und damit älter als die Erde und das gesamte Sonnensystem sein sollen.

    „Dies sind die ältesten festen Materialien, die jemals gefunden wurden, und sie berichten uns, wie Sterne in unserer Galaxie entstanden sind“, sagte Philipp Heck der Mitteilung des Museums zufolge.

    Diese Sternenstaub-Teilchen waren im Meteoriten eingeschlossen und bleiben unverändert im Laufe von Milliarden Jahren. Präsolares Material aus Meteoriten-Proben zu isolieren war jedoch schwer, weil die Körnchen der Mitteilung zufolge winzig und ungefähr in nur jedem 20. Meteoriten zu finden sind.

    Bestimmung des Alters

    Um das Alter des Sternenstaubs zu bestimmen, analysierten die Wissenschaftler die Auswirkung kosmischer Strahlung auf das Material, durch die neue Elemente in den präsolarem Teilchen entstehen. Je länger die Körnchen der Strahlung ausgesetzt seien, desto mehr solcher Elemente würden sich bilden, so Heck.

    „Indem wir messen, wie viele dieser von kosmischer Strahlung erzeugten Elemente in einem präsolaren Körnchen enthalten sind, können wir ermitteln, wie lange sie der Strahlung ausgesetzt waren und damit auch, wie alt sie sind.“

    Die Analyse soll ergeben haben, dass die meisten untersuchten Teilchen aus der Zeit vor 4,6 bis 4,9 Milliarden Jahren stammen. Einige sind laut den Forschern schon bis zu 5,5 Milliarden Jahre alt. Die Sonne entstand vor 4,6 Milliarden Jahren, die Erde - vor 4,5 Milliarden Jahren.

    Studie wirft neues Licht auf die Geschichte der Sternbildung

    Das Alter der Körnchen ist aber aus Hecks Sicht nicht die einzige interessante Entdeckung. Die Forscher vermuten, dass die Mehrheit dieser präsolaren Körnchen einst in einer Phase der verstärkten Sternbildung vor rund sieben Milliarden Jahren entstand.

    „Dies sind die ältesten festen Materialien, die je gefunden wurden – und sie verraten uns einiges darüber, wie sich die Sterne in unserer Galaxie gebildet haben.“

    Eines der Schlüsselergebnisse der Studie ist laut dem Astronomen, dass sie den „direkten Beleg für eine Phase erhöhter Sternbildung vor rund sieben Milliarden Jahren“ bekommen hätten. Das widerlege die Vorstellungen einiger Forscher darüber, dass die Sternbildungsrate der Galaxie konstant sei.

    mo/mt

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    Tags:
    USA, Sonne, Erde, Weltraum