20:14 14 August 2020
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    Ein internationales Forscherteam hat eine „tote“ Riesengalaxie ohne jede Sternbildungs-Aktivität entdeckt. Die Sternenansammlung umfasste schon rund zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall mehr als 300 Milliarden Sonnenmassen. Dann stoppte sie plötzlich jegliche Sternbildung, was mit gängigen Modellen nicht zu erklären ist.

    Wie aus einer Pressemitteilung auf dem Portal Phys.org hervorgeht, haben die Astronomen um Benjamin Forrest von der University of California in Riverside die Galaxie XMM-2599, die rund zwölf Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt liegt, mithilfe des Infrarot-Spektrographen MOSFIRE im Keck-Observatorium auf Hawaii näher untersucht.

    Laut Forrest wurde festgestellt, dass XMM-2599 den größten Teil ihrer Sterne produzierte, als das Universum weniger als eine Milliarde Jahre alt war. Daraus ergibt sich, dass die Galaxie mehr als tausend Sonnenmassen an Sternen pro Jahr erzeugt hatte, was dem Forscher zufolge eine extrem hohe Sternbildungsrate sei.

    Damit könnte diese Monstergalaxie ein direkter Nachkomme der staubigen Riesengalaxien sein, die als die ersten großen Sternfabriken des frühen Kosmos gelten.

    Der erste große Schub der Sternbildung hielt nicht lange an. Schon wenige hundert Millionen Jahre später – rund 1,8 Milliarden Jahre nach dem Urknall  – stoppte die Galaxie plötzlich die Produktion neuer Sterne.

    Die Ursache für den so abrupten Stopp der Sternbildung bei XMM-2599 ist noch nicht geklärt. Es wird allerdings vermutet, dass das Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie dieser den Gasnachschub entzog oder dass Kollisionen das Gas so aufheizten, dass es nicht mehr kondensieren und Sterne bilden konnte.

    ls/mt

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    Portal Phys.org, Hawaii, Kalifornien, USA, Universum