08:32 09 Juli 2020
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    Die deutsche und die russische Krebsgesellschaft werden künftig enger zusammenarbeiten. Das haben beide Seiten auf dem Deutschen Krebskongress 2020 im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung festgehalten. Sputnik war vor Ort.

    Zwischen der deutschen und der russischen Krebsforschung soll der Erfahrungsaustausch intensiviert werden. Zu diesem Zweck unterschrieben die russische und die deutsche Krebsgesellschaft am Donnerstag eine Kooperationsvereinbarung auf dem 34. Deutschen Krebskongress in Berlin. Anwesend waren bei dieser historischen Veranstaltung der Geschäftsführer der Vereinigung russischer Onkologen, Andrej Kaprin, der Geschäftsführer der Deutschen Krebsgesellschaft, Johannes Bruns, sowie der Leiter der Abteilung Onkologie des Koch-Metschnikow-Forums, Klaus-Peter Hellriegel.

    © Sputnik / Valentin Raskatov

    „Das ist für uns ein aufregender und wichtiger Tag“, betonte der Geschäftsführer der Vereinigung russischer Onkologen kurz vor dem Unterzeichnen des Dokuments. „Mit der Erfahrung unserer deutschen Kollegen hoffen wir, viel mehr erreichen zu können beim Kampf gegen onkologische Erkrankungen.“ Es gelte in erster Linie, den Austausch in der Ausbildung von Spezialisten im Rahmen von internationalen Programmen zu befördern, ebenso die Vermittlung von Erfahrungen und die Ausweitung einer Teilnahme russischer onkologischer Einrichtungen an internationalen klinischen Studien. „Bislang sind russische Spezialisten leider kaum in europäischen, internationalen Gemeinschaften und Arbeitsgruppen vertreten. Diese Kooperationsvereinbarung gibt uns die Gelegenheit, unsere Positionen in der internationalen Arena zu stärken.“

    Der Geschäftsführer der Deutschen Krebsgesellschaft zeigte sich optimistisch, dass das funktionieren wird.

    „Es ist wichtig, diese Vereinbarung zu unterschreiben, weil es uns ein großes Anliegen ist, am Ende der Kette den Patienten Gutes zu tun“, so Bruns. Deswegen sei die deutsche Seite „bemüht, uneigennützig, was einzelne Personen angeht, Prozesse zu gestalten für das Patientenwohl.“

    Dass das funktioniere, habe sich bereits in etlichen gemeinsamen Konferenzen gezeigt.

    Auch für das Koch-Metschnikow-Forum war dieser Tag eine Besonderheit. „Für das Koch-Metschnikow-Forum, eine kleine zivilgesellschaftliche Organisation, die rein ehrenamtlich arbeitet, ist es eine große Ehre, dass dieses Abkommen zustande kommen konnte“, hob Helmut Hahn hervor.

    Die Kooperation sei eine Bemühung, die Menschen Deutschlands und Russlands zusammenzubringen. Ein politisches Schauspiel dagegen sei sie nicht: „Wir betreiben ein unpolitisches Thema: Gesundheit. Alle wollen gesund sein. Und auf Basis dieser Tatsache gibt es keine politischen Differenzen mit unseren russischen Freunden“, so Hahn.

    © Sputnik / Valentin Raskatov

    Der Leiter des Koch-Metschnikow-Forums, Klaus-Peter Hellriegel, erklärte am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit Sputnik:

    „Innerhalb der letzten acht Jahre unter meiner Leitung haben wir eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Konferenzen in Russland durchgeführt, zwischen Kaliningrad und Jakutsk, in St. Petersburg, in Moskau, in Kazan und so weiter. Da haben wir Schwerpunktthemen gefunden und uns dazu mit den russischen Kollegen ausgetauscht.“

    Der Austausch gestalte sich so, dass die russischen Kollegen sich bestimmte Themen aussuchen und die deutsche Seite entsprechende Experten zu diesen Themen auswählt. Diese deutschen Experten fahren dann nach Russland und dort findet dann der Austausch statt.

    Von der russischen Seite profitieren die deutschen Wissenschaftler Hellriegel zufolge vor allem im Bereich der Nuklearmedizin und bei der Diagnostik. „Es ist so, dass gerade auf dem Sektor des Prostatakarzinoms und der Frühdiagnostik von beispielsweise Rezidiven des Prostatakarzinoms heute in Russland sehr gute Erfahrungen existieren, von denen wir durchaus profitieren können“, so Hellriegel.

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    Tags:
    Russland, Deutschland, Krebs