18:15 04 Juli 2020
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    Japanische Forscher haben eine Methode entwickelt, die es ermöglicht, Krebserkrankungen bereits in der Nullstufe mit Hilfe von Fadenwürmern (Nematoden) zu erkennen. Takaaki Hirotsu, der Hauptgeschäftsführer des biomedizinischen Unternehmens Hirotsu Bio Science, hat gegenüber der Agentur RIA Novosti die Details enthüllt.

    „Die Methode basiert auf der motorischen Reaktion von Nematoden (Fadenwürmer mit einer Länge von etwa einem Millimeter) bei einem chemischen Reiz: Sie bewegen sich zu Gerüchen hin, die sie mögen, und entfernen sich von jenen, die sie nicht mögen. Dies ist ein völlig neuer, bisher unbekannter Test zum Krebsnachweis. Anhand der Tatsache, ob sich die Würmer dem Urin des Patienten nähern oder nicht, können wir feststellen, ob er Krebs hat“, sagte Takaaki Hirotsu.

    Ausgangspunkt für die Entwickler sei der Einsatz von Hunden zur Krebserkennung gewesen, hieß es. Solche Techniken und Trainings würden in Japan bereits angewendet: Hunde werden trainiert, eine gesunde von einer krebskranken Person anhand des Geruchs zu unterscheiden.

    „Die Grundlage war die Annahme, dass, wenn Hunde Menschen mit Krebs von gesunden Personen unterscheiden können, dann die Nematoden, deren Geruchsinn genetisch 1,5 Mal schärfer als der eines Hundes ist, und die in der Lage sind, den subtilsten Geruch wahrzunehmen, der für Geräte schwer fassbar ist, wahrscheinlich imstande sein werden, Kranke von Gesunden zu unterscheiden. Wir begannen, die Reaktion von Würmern auf den Urin von Krebspatienten und gesunden Menschen zu untersuchen“, fuhr der Chef von Hirotsu Bio Science fort. 

    Im Laufe der Forschung habe sich herausgestellt, dass sich Nematoden in der Urinprobe einer krebskranken Person konzentrieren und diese dabei kein Interesse am Urin eines gesunden Menschen zeigen.

    Die Genauigkeit bei der Krebserkennung anhand dieser Methode habe im September 2019 86,8 Prozent betragen, hieß es. Dabei ändere sich die Präzision in Bezug auf das Frühstadium oder der Nullstufe fast nicht und liege bei etwa 85 Prozent.

    „Ab Januar haben wir in einer Reihe von medizinischen Einrichtungen in Japan begonnen, diese Art von Dienstleistungen anzubieten. Und wir haben Aufträge von 500 weiteren Institutionen. Die Analyse ist ziemlich erschwinglich – sie beläuft sich auf 9800 Yen (ungefähr 83 Euro). Es gibt auch viele Angebote aus anderen Ländern (…) Dies sind nicht nur Aufträge zur Einführung dieser Diagnosemethode, sondern auch Vorschläge für eine gemeinsame Forschung“, sagte Takaaki Hirotsu.

    Bisher kann anhand der neuen kostengünstigen Methode nicht bestimmt werden, an welcher Krebsart der Patient leidet. Künftig sollte es jedoch möglich sein, so der Forscher, bis zu 15 Krebsarten zu erkennen.  Das sei in einer weiteren Forschungsstufe zu erreichen, hieß es.

    „Wir arbeiten mittels Genveränderung an der Schaffung einer speziellen Wurmart, die eine bestimmte Krebsart bestimmen könnten. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Würmer zu züchten, die eine so schwer zu diagnostizierende Art der Onkologie wie Bauchspeicheldrüsenkrebs bestimmen könnten, und solche Tests in zwei Jahren durchzuführen“, so der Chef des Unternehmens.

    pd/ae/sna/

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    Tags:
    Würmer-Nematoden, Methode, Dienstleistungen, Krebserkrankung, Reaktion, Würmer