13:03 03 Juni 2020
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    Das bislang erste Protein wurde in einem Meteoriten nachgewiesen. Das komplexe Molekül mit dem Namen Hämolithin kommt auf der Erde nicht vor und ist ein weiteres Indiz dafür, dass sich die Bausteine des Lebens nicht auf Planeten, sondern auf Meteoriten gebildet haben könnten.

    Sind wir alleine im Universum? Gibt es Leben da draußen? Auf diese Fragen gibt es immer noch keine Antwort, aber die Bausteine für Leben, auf die die Menschheit im Weltall stößt werden immer komplexer. Zum ersten Mal haben Forscher nun ein vollständiges, bislang unbekanntes Protein in einem Meteoriten gefunden. Das Protein, das als „Hämolithin“ benannt wurde, enthält Eisen und Lithium und könnte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Leben auf bewohnbaren Planeten wie der Erde spielen.

    Beim untersuchten Meteoriten handelt es sich um „Acfer 086“, der in Algerien im Jahre 1990 gefunden wurde. Das Protein ist recht klein und besteht überwiegend aus der Aminosäure Glycin, das an seinen Enden mit Eisen, Sauerstoff und Lithiumatomen versehen ist. Die Bestandteile des Proteins sind zwar bekannt, aber diese spezifische Anordnung konnte bislang nirgendwo auf der Erde beobachtet werden.

    Das neuentdeckte Protein ist ein weiteres Indiz für eine Theorie, die die Entstehung der Lebensbausteine in den Tiefen des Alls auf Asteroiden und Meteoriten verortet – und nicht auf den lebensfreundlichen Planeten selbst. Nachdem die Bausteine bei Einschlägen auf die Planeten gelangen, bilden sie nach dieser Theorie unter den förderlichen Bedingungen immer komplexere Verbindungen und am Ende steht dann das Phänomen Leben.

    Für diese Theorie spricht auch, dass in der Vergangenheit verschiedene einzelne Aminosäuren auf Meteoriten nachgewiesen werden konnten. Auch andere Stoffe wie Zucker, organische Materialien und andere spezifisch geformte Moleküle, die essentiell für Leben sind, konnten auf Meteoriten nachgewiesen werden.

    Wie genau es zur Verkettung des Glycins zum komplexen Protein gekommen ist, ist bislang nicht bekannt. Eine Hypothese besagt, dass sich einzelne Säuremoleküle um ein Staubkorn ansammeln können. Wenn dann der Meteorit durch warme Gaswolken fliegt, sollen sie sich miteinander zunächst zu Ketten und schließlich zum Hämolithin selbst verbinden.

    Deshalb ist Hämolithin noch kein Beweis für extraterrestrisches Leben, aber es ist ein weiteres Puzzlestück, das zur Erklärung beiträgt, wie das Leben auf der Erde begonnen haben könnte – und womöglich auch auf anderen Planeten.

    Die Studie ist bislang noch nicht von der Forschergemeinschaft begutachtet worden und auch noch in keiner Fachzeitschrift erschienen. Eine Vorabversion findet sich auf arXiv.

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    Tags:
    Protein, Meteorit, Meteor