13:15 03 Juni 2020
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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (198)
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    Im Schnitt dauert es sechs Jahren, bis ein Impfstoff vorliegt, sagt der Immunologe Martin Bachmann. Die größte Hürde sei die Zulassung – Zwei Jahre seien bei einem Impfstoff möglich, aber ein „unglaubliches Tempo“.

    Gemeinsam mit Forschenden der Anhui-Universität im chinesischen Hefei sucht Martin Bachmann, Leiter der Immunologie-Abteilung am Inselspital in Bern, in einem Partnerprojekt derzeit nach Impfstoffkandidaten gegen die Lungenkrankheit Covid-19. Erste Tests an Mäusen verliefen vielversprechend. Bis ein Impfstoff verfügbar sei, könne aber noch dauern:

    „Ein prophylaktischer Impfstoff muss praktisch risikofrei sein und bis man dazu die entsprechende Datenlage hat, dauert es“, sagte Bachmann im Interview mit „Zeit Online“. „Wir reden hier von Zehntausenden Menschen, die immunisiert und beobachtet werden müssten, um nachzuweisen, dass er überhaupt wirkt. Wenn man die ‚Good Manufacturing Practice‘ (Richtlinien zur Qualitätssicherung von Arzneimitteln, Anm. d. Red.) befolgt, reden wir von durchschnittlich etwa sechs Jahren, bis ein Impfstoff vorliegt und zugelassen ist. Im aktuellen Fall wäre das natürlich viel zu spät.“

    Damit ein Impfstoff schneller verfügbar sein könne, müsse die Politik aktiv werden. Auch bei der Influenza gebe es schließlich Ausnahmeregeln, die jedes Jahr einen neuen Impfstoff ermöglichen. Letztlich werde es darauf ankommen, wie groß der Leidensdruck in der Bevölkerung sein wird. Im Fall von Ebola sei ein Impfstoff innerhalb von knapp zwei Jahren zugelassen, „was ein unglaubliches Tempo war.“ Die Krankheit hatte allerdings eine Mortalitätsrate von 50 Prozent. Während bei Covid-19 viele Infektionen, gerade in Deutschland oder der Schweiz, vergleichsweise glimpflich verlaufen würden.

    Der Infektionsepidemiologe Alexander Kekulé, der das Institut für medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Halle leitet, ist etwas zuversichtlicher. Er geht davon aus, dass frühestens im Laufe des Jahres 2021 ein zugelassener Impfstoff auf den Markt kommen könnte. „Bis zum Herbst 2020 werden wir auf keinen Fall eine Impfung haben“, sagte der Medizin-Professor in einer Fernsehdebatte des deutschen Ersten Fernsehens.

    Das Robert-Koch-Institut, die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und –prävention, will sich nicht auf einen Zeitraum festlegen:

    „Momentan steht kein Impfstoff zur Verfügung. In China soll Medienberichten zufolge ein erster Impfstoffkandidat ab Ende April 2020 in einer klinischen Studie erprobt werden. Wann ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte, ist derzeit nicht absehbar.“

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    Impfung, Coronavirus