15:54 29 November 2020
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    Russische Forscher werden im Herbst 2020 erstmals in der Welt Operationen durchführen, um auf einem Bioprinter im Weltraum gewonnenes Knochengewebe Ratten zu implantieren. Dies teilte der geschäftsführende Partner des Unternehmens „3D Bioprinting Solutions“, Yusef Hesuani, gegenüber Sputnik mit.

    „Die Tierversuche werden voraussichtlich im Herbst nach den erforderlichen Kontrollen durchgeführt“, sagte Hesuani.

    Er informierte, dass auf der Internationalen Raumstation (ISS) am 10. April ein weiteres Experiment zum Drucken anorganischer Komponenten von Rattenknochengewebe beginnen werde. Das Unternehmen, das den Weltraum-Bioprinter entwickelt hat, habe bereits im Herbst 2019 ein ähnliches Experiment durchgeführt. Damals seien die in Schwerelosigkeit erhaltenen Proben zur Erde zurückgebracht und Fachleuten zur Untersuchung übergeben worden.

    Wenn früher im Rahmen von Experimenten auf der ISS verschiedene Gewebe gedruckt wurden (Knorpel, Knochen, Muskeln), so wurde jetzt beschlossen, sich wegen der hohen Verantwortung nur auf die Knochenforschung zu konzentrieren. Hesuani merkte an, dass das Unternehmen keine künftigen Experimente im Orbit plant, falls es notwendig sein werde, Knochengewebe erneut zu drucken. Die russischen Kosmonauten Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner, die am 9. April zur ISS fliegen, werden mehrere Episoden des Knochendrucks liefern. Die erhaltenen Proben werden am 17. April von der Besatzung, die sich zurzeit auf der Station befindet, zur Erde zurückgebracht.

    Vorleistung für Heilung von Fraktur und Onkologie

    Auf der Erde werden die Wissenschaftler Nagetieren Knochengewebe implantieren und die osteoinduktiven und osteokonduktiven Eigenschaften der im Weltraum gewonnenen Materialien untersuchen, soll heißen: ihre Fähigkeit, zusätzliches Gewebewachstum zu initiieren, und wie gut sie als Gerippe für ein solches Wachstum geeignet sind.

    Ein 3D-gedrückter Kiefer
    © Sputnik / Michail Wosskressenskij
    Weltraummaterial wird in ein Modell von Knochendefekten implantiert, höchstwahrscheinlich bei Femurdefekten. Bei den Tieren wird der mittlere Teil der Struktur des röhrenförmigen Knochens entfernt. Die Wissenschaftler haben diesen Defekt gewählt, weil er als kritisch angesehen wird, da er nicht in der Lage ist, selbstständig zu genesen. Das im Weltraum gewonnene Material wird mit dem verglichen, das aktuell auf der Erde erworben werden kann.

    Hesuani präzisierte, dass ähnliche Defekte beim Menschen als „entweder große Frakturen oder Defekte im Knochengewebe, die mit der Entfernung von Knochengewebe bei Tumoren im Knochengewebe selbst oder in den umgebenden Weichteilen mit Metastasen im Knochengewebe verbunden sind", angesehen werden können.

    ek/sb/sna

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    Tags:
    Heilung, Onkologie, Bioprinter, Ratten, Knochengewebe, Forscher